Können Sie bitte zu Beginn einen aktuellen Überblick über die Entwicklung von Weitblick e.V. in den letzten Jahren geben?

Weitblick Münster hat in den vergangenen zwei Jahren eine rasante und für unseren Verein erfreuliche Entwicklung vollzogen. Von einer im studentischen Umfeld etablierten Initiative konnten wir uns zu einem in ganz Münster bekannten Verein entwickeln und stetig neue „Weitblicker“ bei uns begrüßen. So sind wir mittlerweile 900 Mitglieder in Münster und der Weitblick Gedanke hat sich in 15 weiteren deutschen Universitätsstädten verbreitet.

Auch unsere Auslandsprojekte sind in den letzten Jahren prosperiert. Mit dem Bau von Grundschulen in Benin – die sechste Grundschule wurde soeben eröffnet und für die siebte wurde der Grundstein gelegt – können wir mittlerweile jedes Jahr ein weiteren Baustein zur Förderung der Bildung in Benin hinzufügen.

Welche Projekte werden momentan betreut?

Weitblick Münster betreut Projekte in Benin, Kenia, Madagaskar, Kambodscha und Deutschland. Allen Projekten gemein ist, dass sie ihren Teil zu einem gerechteren Zugang zu Bildungschancen beitragen. So fördern wir in Benin neben der infrastrukturellen Hilfe beim Bau von Grundschulen, die Berufsausbildung in einer Metall- und Kfz-Werkstatt. Außerdem haben wir seit letztem Jahr die Unterstützung der Universität Abomey-Calavi in Angriff genommen.

Dort helfen wir einem Institut der Uni bei der Errichtung eines neuen Campus. In Kenia helfen wir durch jährliche Weitblick-Reisegruppen beim Bau von Klassenzimmern für eine Schule und in Kambodscha vermitteln wir Assistant-Teacher an eine Grundschule. Vor Ort in Münster konnten wir das weitblicken kinderleicht Projekt etablieren. Dort unterstützen wir Grundschulkinder und veranstalten mit ihnen beispielsweise Besuche im Zoo oder im Planetarium.

Weitblick gibt es zurzeit in 15 Städten. Gibt es Bestrebungen, weitere Uni-Städte zu erschließen und wie können Studenten aus solchen Städten, in denen es bislang noch keine Weitblicker gibt, sich engagieren?

Mit Weitblick Göttingen konnten wir gerade eine neue Stadt in der Weitblick-Familie willkommen heißen. Und natürlich freuen wir uns stets darüber, wenn engagierten Studenten in anderen Städten die Weitblick-Idee unterstützenswert finden und eigene Stadtvereine gründen. Aber auch außerhalb von Weitblick-Städten kann man unseren Verein unterstützen.

Gerade aus Münster sind viele Mitglieder mittlerweile nach dem Studium in andere Städte gezogen und unterstützen uns nach wie vor finanziell und mit ihrem know-how. Zur besseren Vernetzung aller Weitblicker auch nach dem Studium ist momentan ein Weitblick-Alumni Verein in der Planung.

Welche Aufgaben können interessierte Studenten bei Ihnen übernehmen?

Frei nach unserem langjährigen Vereinsvorsitzenden Andreas Pletziger ist Weitblick vor allem eine „Plattform der guten Ideen“. Das bedeutet, dass wir unseren Mitgliedern keinen abgeschlossenen Katalog möglicher Aufgaben präsentieren aus dem sie dann auswählen sollen, sondern dass sich jedes Mitglied mit seinen Ideen im Verein einbringen soll. Als Grundgerüst teilen wir die Aufgaben in die drei Bereiche vermitteln, fördern, bilden ein.

Während es beim Vermitteln um die Organisation von Auslandsaufenthalten in den geförderten Projekten geht, steht beim Fördern das Akquirieren finanzieller Mittel für die Projekte im Vordergrund. Im Bereich des Bildens geht es darum, unseren eigenen Horizont zu erweitern und die Sensibilät für politische oder wirtschaftliche Themen zu erhöhen. Vor Ort in Münster geschieht dies beispielsweise durch Bildungsfahrten und Podiumsdiskussionen.