Der Mensch steht im Mittelpunkt unserer Lernkonzepte, die Innovation liefert uns die technischen Möglichkeiten.

Unternehmen sind grundsätzlich offener geworden, zu experimentieren und neue Ideen umzusetzen. So werden Gamification, Game-based Learning und Augmented Reality nicht aufzuhaltende Trends sein. Lernen wird zukünftig auf allen Kanälen und in vielfältigen Formen stattfinden. Es wird bunt und darf wieder Spaß machen!

Als Mitglied im Kongresskomitee der LEARNTEC wagen wir mit unserem „Bildungsorakel“ jährlich einen Blick in die Zukunft digitaler Bildung. Zwei grundsätzliche Strömungen sind zu erkennen: Zum einen sehen wir einen starken Trend, Lernangebote kreativer und lernerfreundlicher zu gestalten. Zum anderen fragen Unternehmen wie Hochschulen vermehrt nach effizienteren Methoden, das Wissen zugänglich zu machen.

Auf Seiten der Lernkonzepte zeichnen sich zwei eher gegenläufige Trends ab: Einerseits wird – subsumiert unter dem „Zauberwort“ Big Data – auf Basis von vielen unterschiedlichen Nutzerdaten eine Empfehlung für den Lerner hinsichtlich geeigneter Lerninhalte und präferierter Lernformate ausgesprochen.

Learning Analytics, adaptive Lernsysteme und Performance Support sind Entwicklungen, die dem Lerner helfen können, gezielt in der Fülle der angebotenen Lerninhalte das für ihn Geeignete vorgeschlagen zu bekommen.

Mehr Selbstverantwortung übernehmen

Diesem Ansatz steht der lernerzentrierte Weg entgegen. Lernen erfolgt demnach kollaborativ, selbstorganisiert, eigenverantwortlich und innerhalb der Peergroup. Hier werden Lehrer- und Lernerrolle vermischt. Es ermöglicht dem Lerner, mehr Selbstverantwortung im eigenen Lernprozess zu übernehmen. Konnektivismus, Social Learning und MOOCs werden uns in diesem Zusammenhang zukünftig mehr begegnen.

Ein Trend, der sich verstärken wird, ist die Individualisierung des Contents, der gezielt auf den jeweiligen Nutzer, den Kulturraum oder den Anlass angepasst wird. Das kann sich besonders im Sprachentraining zeigen, das zu den Erfolgsfaktoren im Rahmen der Globalisierung zählt. Auch der Content selbst wird zukünftig mit mehr Bild und mehr Bewegtbild ausgestattet sein. Lerneinheiten sind zukünftig „smaller & smarter“. Das Qualitätsbewusstsein nimmt zu und der wirkliche Lerntransfer steht im Fokus.

Lernen mit neuen Medien

Das wird sicher auch einen positiven Effekt auf das Lernen mit neuen Medien in Schule und Hochschule haben. Hier sehen wir sehr viele erfolgreiche Einzelprojekte – benötigt wird ein bundesweites ganzheitliches Konzept! Viele Lernszenarien werden nur durch neue Technologien möglich. Impulse kommen dabei auch aus der Unterhaltungselektronik. Nehmen wir also Innovationen der Lebenswelt der Lerner in deren Lernwelt auf – wie bei Mobile Learning oder Serious Games geschehen.

Der menschliche Körper erhält zusätzliche Features. Mit Wearables wie der Smartwatch werden zum Beispiel Digital Games ergänzt. Man erreicht im Computerspiel nur einen weiteren Level, wenn man sich für 30 Minuten sportlich betätigt. Zukünftig könnten die Wearables zum Beispiel auf Basis der ausgelesenen Daten der Vitalfunktionen des Körpers kleine Lerneinheiten mit Gesundheitstipps auf die Datenbrille transferieren.

Der Astrophysiker Stephen Hawking sagte kürzlich der Financial Times: „Die Menschen werden bald von der künstlichen Intelligenz überholt.“ Das kann gut sein. Bei allem aber, was wir zukünftig an Lernszenarien entwickeln, bleibt es dabei – erst der Mensch und dann die Technik.