Allein der deutsche Markt ist 2015 erneut um 4,5 Prozent auf 2,81 Milliarden Euro gewachsen. Games verbinden auf einzigartige Weise kreative und technische Elemente, sie sind sowohl vermittelnde Kulturmedien als auch komplexe, interaktive Systeme.

Heute arbeiten alleine in Deutschland rund 13.000 Menschen in den 510 Unternehmen der hiesigen Games-Branche

Berufstätig in der Games-Branche zu sein, heißt, an der Schnittstelle zwischen technologischer Innovation, kultureller Avantgarde und globaler Unterhaltung zu arbeiten – und das in einem hochgradig internationalen Netzwerk. Die hohe Internationalität der Branche bietet zudem auch spannende Karrieremöglichkeiten im Ausland.

Sehr gute Englischkenntnisse sind dementsprechend ein Muss für Berufseinsteiger. Die Branche bietet darüber hinaus nicht nur eine große Vielfalt an Berufsbildern, sondern auch die attraktivsten Arbeitsplätze der Kultur- und Kreativbranche: fest angestellt, unbefristet und sozialversichert.

Heute arbeiten alleine in Deutschland rund 13.000 Menschen in den 510 Unternehmen der hiesigen Games-Branche. Laut einer Umfrage von Mai 2015 haben rund 85 Prozent der Unternehmen offene Stellen zu besetzen. Besonders in den Bereichen Programmierung sowie Grafik- und Game-Design ist der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften aktuell sehr hoch.

Das betrifft sowohl kleine unabhängige Studios als auch die großen Entwicklerteams, die an Projekten für internationale Spieleanbieter arbeiten. Grundsätzlich gilt: Spieleentwicklung ist eine interdisziplinäre, multinationale und teamorientierte Arbeit. Games werden von Autoren und Game-Designern erdacht, ihre grundlegenden Mechaniken und Systeme von Programmierern entwickelt, ihre Welten von Grafik-, Animations- und Sound-Designern zum Leben erweckt.

Dementsprechend erfordert die Entwicklung von Spielen oft multiple Qualifikationen von ihren Akteuren: So weist ein Game-Designer im Idealfall neben einem Gespür für originelle Spielideen sowohl technisches Know-how als auch eine künstlerische Ader auf – und hat dabei auch noch die wirtschaftliche Dimension seines Projekts im Blick.

Um solche Fähigkeiten zu erlernen und auszubilden, ist ein Studium mit direktem Games-Bezug die beste Voraussetzung. In den 1980er- und 90er-Jahren gab es insbesondere in Deutschland wenige Ausbildungsmöglichkeiten für zukünftige Spielemacher, der Quereinstieg war für viele der direkteste Weg in die Branche. Inzwischen hat sich die Branche mehr professionalisiert und die Zahl an Ausbildungs- und Studienangeboten ist in ganz Deutschland deutlich gewachsen – an Universitäten ebenso wie an staatlichen und privaten Hochschulen oder anderen Ausbildungseinrichtungen.

Einige der ausbildenden Institutionen sind etwa das Cologne Game Lab an der TH Köln, das Forschungscluster Game Changer an der HTW Berlin, die S4G – School for Games in Berlin, die diversen Standorte des SAE Institute, die HAW Hamburg und die HdM Stuttgart. Eine umfassende Übersicht aller Angebote in Deutschland liefert der Ausbildungskompass des BIU – Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware unter www.ausbildungskompass-games.de.

Berufseinsteiger sind bei der Wahl des Studiengangs gut beraten zu überprüfen, wie praxisnah ausgebildet wird. Je nach gewünschter Tätigkeit sollte man etwa darauf achten, mit welchen Games-Unternehmen Kooperationen erfolgen. Berufserfahrung durch begleitende Praktika und andere Praxisprojekte zu sammeln, ist extrem wichtig, um die berufliche Realität kennenzulernen.

Darüber hinaus gehört es zu den wichtigsten Qualifikationen, ein eigenes, aussagekräftiges Portfolio zu entwickeln. Die Arbeit an eigenen Projekten, etwa mit anderen Studenten, ist deshalb ein großes Plus für den späteren Berufseinstieg.

Solange jemand genügend Verständnis und Leidenschaft für die Branche mitbringt, ist weiterhin auch ein Quereinstieg möglich, wenn auch schwieriger als früher. Am ehesten ist dies heutzutage im kaufmännischen oder administrativen Bereich möglich, denn Prozesse wie Marketing und Vertrieb ähneln denen anderer Medien- und Kulturbranchen.

Da die Spieleindustrie heute eine Leitrolle in der Unterhaltungsindustrie innehat, wandern sogar immer öfter Experten aus anderen Branchen ab. Schließlich setzen Games in der digitalen Medienwelt mehr und mehr die Trends, die die Menschen weltweit begeistern und bewegen. Wer also die Zukunft von Medien und Unterhaltung mitgestalten möchte und darüber hinaus die richtigen Qualifikationen und eine gute Portion Leidenschaft mitbringt, ist in der Games-Branche herzlich willkommen.