Die sogenannten Millennials – oder auch Generation Y – wollen auf eine Art und Weise angesprochen und behandelt werden, die vielen Personalmanagern noch fremd ist. Sie erwarten unter anderem, jederzeit und überall auf wichtige Informationen zugreifen zu können. Was bedeutet das für Arbeitgeber und ihr Lernmanagement?

Die Generation Y gilt als anspruchsvoll, selbstbewusst, technikaffin und autodidaktisch veranlagt. Sie arbeitet, um zu leben – und nicht umgekehrt. Sie kennen ihren Marktwert (19 Prozent haben einen Hochschulabschluss) und revolutionieren den Arbeitsmarkt durch kreative Arbeitsprozesse und selbstbewusstes Auftreten. In Deutschland sind die jungen Talente aus der Generation Y jedoch aufgrund des demografischen Wandels knapp.

Arbeitgeber sollten deshalb diese gezielt rekrutieren und mit ihren Arbeitgeberqualitäten überzeugen. Nur so können sie das Potenzial der Generation Y auch langfristig nutzen und Wettbewerbsvorteile erringen. Hierfür müssen HR-Spezialisten ihre Personalbeschaffung überdenken und einen größeren Wert auf Employer Branding, ein attraktives Arbeitsumfeld sowie Möglichkeiten der Weiterbildung legen.

Millennials schätzen ihre persönlichen Entwicklungschancen höher ein als die vorherigen Generationen. Entsprechend erwarten sie von ihren Arbeitgebern umfassende Trainings- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Der Lernstil der Millennials hat sich im Vergleich zu ihren Vorgängergenerationen stark verändert: Die neue Generation ist es gewohnt, dass sich Informationen jederzeit online abrufen lassen. 

Der Grund dafür liegt in der Technikaffinität der jungen Generation sowie in den Veränderungen pädagogischer Rahmenkonzepte, mit denen die Millennials an ihren Schulen unterrichtet wurden. Beispiele für das neue Lernen:

Technikorientierte Lerntrends

Die Generation Y ist in einem digitalen Umfeld aufgewachsen. Lernkonzepte müssen sich daher an die modernen Informations- und Kommunikationstechnologien anpassen.

E-Learning/ Blended Learning

E-Learning gewinnt an Bedeutung. Webseminare, Wikis, Blogs, Mentorenprogramme, Massive Open Online Courses (MOOCs) oder Online-Lerngruppen: Teilnehmer können überall und jederzeit darauf zugreifen, Informationen werden schnell vermittelt.

Game-based Learning

Gamification ist auch in der Weiterbildung wichtig: Für die Generation Y sind Video- und Online-Spiele Alltag. Diesen Spieltrieb nutzen moderne Trainings- und Schulungskonzepte.

Mobile Learning

Die mobilen Endgeräte dienen der Generation Y nicht mehr nur als Kommunikationsmedium, sondern insbesondere zur Informationssuche – Lernangebote werden daher zukünftig auch mobil verfügbar sein.

Von modernen und flexiblen Lernkonzepten werden Unternehmen und jeder einzelne Mitarbeiter profitieren. Selbstgesteuertes soziales und agiles Lernen wird genauso unterstützt wie klassisch-formelles Lernen. Eine neue Kultur des Lernens und der Kreativität kann entstehen, die Innovationen vorantreibt.

 


* Studie: Workforce 2020

2014 führte das Analyseinstitut Oxford Economics die Studie „Workforce 2020“ durch und befragte insgesamt 5.400 Arbeitgeber und Arbeitnehmer aus den Branchen Dienstleistung, Handel, Gesundheitswesen,  Öffentlicher Dienst, Konsumgüterindustrie, Versicherungen und Banken in 27 Ländern. Oxford Economics ist der weltweit führende Anbieter von globalen Prognosen und quantitativen Analysen für Unternehmen und Regierungsbehörden.