Wer an Weiterbildung teilnimmt, verfügt über höhere Kompetenzen, und wer über höhere Kompetenzen verfügt, hat nicht nur bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt, sondern beurteilt auch sein gesundheitliches Wohlbefinden positiver und fühlt sich sozial besser integriert. Das Umgekehrte gilt aber leider auch. Auch wenn die genauen Bedingungen und Mechanismen dieser Zusammenhänge noch wenig erforscht sind, so bestätigen diese Ergebnisse doch den hohen Stellenwert der Erwachsenenbildung in einem sich etablierenden System des lebenslangen Lernens.

Im Jahr 2012 haben sich 49 Prozent der 18- bis 64-Jährigen fortgebildet, so der aktuellste Trendbericht zur Weiterbildung in Deutschland beziehungsweise in Europa: der Adult Education Survey. Jeder Teilnehmer nahm im Durchschnitt an zwei Aktivitäten im Jahr mit einer durchschnittlichen Dauer von 43 Stunden teil. Damit ist die Weiterbildungsbeteiligung auf den höchsten Stand seit 1979 angestiegen.

Wie wichtig es ist, dass dieser Anteil weiter steigt, zeigt ein weiteres Ergebnis der PIAAC-Studie: Bei den grundlegenden, alltagsrelevanten Kompetenzen Erwachsener im Bereich des Lesens, des Rechnens und der Nutzung von Computern bewegt sich Deutschland im internationalen Vergleich im Mittelfeld. Es lässt sich zudem eine relativ große Zahl Erwachsener identifizieren, denen ganz grundlegende Kompetenzen für eine angemessene Teilnahme am gesellschaftlichen Leben fehlen.

Zudem werden die Kompetenzunterschiede mit zunehmendem Alter größer, abhängig davon, wie (wenig) anregend die Lebens- und Arbeitsbedingungen jeweils waren und sind.

Im Wissen um die Bedeutung der Weiterbildung für den Einzelnen, die Unternehmen und die Gesellschaft, hat das staatliche Angebot an nachfrageorientierten Finanzierungsmöglichkeiten – sogenannte „Bildungsgutscheine“ oder Bildungsschecks – in den letzten Jahren zugenommen. Damit soll die generelle Weiterbildungsteilnahme gefördert und die staatliche Finanzierung der Anbieter ergänzt werden. 

Betrieb als wichtiger Lernort

Wie wichtig Weiterbildung im Zusammenhang mit beruflichem Aufstieg sowie der Erhaltung der Arbeitsfähigkeit ist, ist auch den Arbeitgebern bewusst. Viele von ihnen fördern daher weiterbildungsinteressierte Mitarbeitende. Darauf lässt der hohe Anteil der betrieblichen Weiterbildung an allen Weiterbildungsaktivitäten schließen. Er liegt bei 69 Prozent.

Zum Vergleich: Nur 18 Prozent der Weiterbildungsaktivitäten entfielen auf die nicht berufsbezogene Weiterbildung, die vor allem aus privaten Gründen besucht wird. Bei der betrieblichen Weiterbildung übernimmt der Arbeitgeber entweder einen Teil der Kosten oder die Weiterbildung findet zumindest teilweise während der Arbeitszeit statt. 

Weiterbildungstrends kennen und erkennen

Um rechtzeitig Handlungsbedarf für die Weiterbildung zu erkennen und in seiner Bedeutung zu erfassen, kann die Feststellung von Trends am Arbeitsmarkt und deren Übersetzung im Sinne künftiger Anforderungen an das eigene Tätigkeitsfeld ein guter Ansatz sein. Die Auseinandersetzung mit solchen Trends kann vor allem den Entscheidern in der Personalentwicklung oder in Weiterbildungseinrichtungen bei der Fortbildungsplanung helfen zu beurteilen, was wichtig und unwichtig ist, was kurzlebig oder nachhaltig.

Gibt es denn Trends in der Weiterbildung? Am 1. Dezember 2013 veröffentlichte das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen (DIE) den aktuellen Trendbericht zur Lage der Weiterbildung in Deutschland. Diese mittlerweile dritte „DIE-Trendanalyse“ analysiert Themen, Weiterbildungsformen, Weiterbildungsträger und Formen der Finanzierung der Weiterbildung in ihrer längerfristigen Entwicklung. 

Diese Angebote der Weiterbildung sind gefragt

Der aktuelle Trendbericht zeigt, dass die meisten Aktivitäten der Weiterbildung im Themenfeld „Wirtschaft/Arbeit/Recht“ stattfinden. Mehr als ein Drittel der Weiterbildungsaktivitäten ist diesem Bereich zuzuordnen. Danach folgt „Natur/Technik/Computer“ mit einem Viertel. Nachgelassen hat das Interesse am Unterthema „Umgang mit dem Computer/Softwarethemen“. Während zwischen 2007 bis 2010 noch jede zehnte Weiterbildung zu diesem Themenbereich stattfand, liegt ihr Anteil bei nur noch acht Prozent. Dennoch bleibt es offensichtlich ein wichtiges Thema. 

Checkliste hilft, individuellen Bedarf zu ermitteln

Hilfe bei der Suche nach der richtigen Weiterbildung leistet auch die vom DIE herausgegebene Checkliste für Weiterbildungsinteressierte, die zusammen mit den wichtigen Verbänden der Weiterbildung und der Stiftung Warentest erarbeitet wurde. Kurz und übersichtlich präsentiert sie Qualitätskriterien, Tipps und Adressen. Sie unterstützt dabei, die für den individuellen Bedarf geeigneten Angebote zu finden und diese Angebote einzuschätzen. Sie listet zudem die Beratungsangebote – auch im Hinblick auf eine finanzielle Unterstützung – auf.