Um sich selbst weiterzubilden, unternahm sie unter anderem Sprachreisen ins Ausland und nahm an einer ganz besonderen Summer School in New York teil. Was sie davon hatte, erzählt sie im Interview.

Wann und warum haben Sie sich entschieden, eine neue Fremdsprache zu lernen/Ihre Fremdsprachenkenntnisse zu verbessern?

Mit 16 habe ich zum ersten Mal ein Auslandsjahr in England, in Faringdon bei Oxford, in einer englischen Familie gemacht, weil ich Lust auf einen fremden Ort, eine neue Kultur und auf die Sprache hatte. In Montpellier war ich danach.

Wieder im Ausland statt in einer Sprachenschule um die Ecke. Warum? 

Ich denke, dass man eine Sprache so erst richtig lernen kann, wenn man das Land und die Menschen erlebt und kennenlernt. 

Und Montpellier?

Das war nach dem Abitur. Ich habe ein Jahr in Montpellier gelebt, um Französisch zu lernen. Ich habe dort an der Uni an einem Programm für Ausländer teilgenommen, die die französische Sprache und Kultur studieren wollten. Das war ideal.

Derzeit bin ich für drei Monate in San Sebastián, Nordspanien, um nun noch Spanisch zu lernen. Die ersten zwei Wochen habe ich einen Intensivkurs belegt, und jetzt versuche ich, durchs Hören und Sprechen zu lernen und das bereits Gelernte anzuwenden.

„Im Ausland in der Landessprache zu kommunizieren, macht einfach so viel Spaß, und es erfreut auch die Einheimischen.“

Wem würden Sie Sprachreisen empfehlen?

Sprachreisen würde ich besonders jungen Menschen empfehlen, die neugierig auf fremde Orte sind und Freude an Kommunikation haben. Im Ausland in der Landessprache zu kommunizieren, macht einfach so viel Spaß, und es erfreut auch die Einheimischen. Ein Kurs ist sehr hilfreich, um die Grundlagen einer neuen Sprache zu erlernen.

Haben Sie auch eine Sprachreise nach New York gemacht?

Nein, Englisch spreche ich seit meinem 16. Lebensjahr fließend. Ich flog nach New York, weil ich – als einzige Deutsche – für die Teilnahme an einer Summer School der United Nations Alliance of Civilizations (UNAOC) ausgewählt worden war. Diese basiert auf der Überzeugung, dass die Jugend die treibende Kraft für positiven sozialen Wandel ist.

Die einwöchige Sommerakademie bringt 100 junge Erwachsene aus der ganzen Welt zusammen, um globale Herausforderungen im Rahmen kultureller und religiöser Vielfalt anzusprechen, und an dieser habe ich teilgenommen. 

Was waren Ihre persönlichen Highlights?

Jeden Tag gab es Experten zu bestimmten Themen und Arbeit in Gruppen. Zwei Tage haben wir komplett in New York City verbracht, das war ein absolutes Highlight für mich. Der Besuch der Vereinten Nationen war sehr spannend und das Wandern durch die Straßen von New York einfach wunderbar.

Was haben Sie in der Woche gelernt?

Dass die Herausforderungen, an denen die 100 Menschen aus aller Welt zu Hause arbeiten, sich in vielem doch ähneln. Auch wenn Deutschland im Vergleich in fast allen Bereichen ein extrem hohes Niveau und somit nicht gar so drängende und krasse Probleme hat. Und dass die Sicht auf Deutschland von Menschen außerhalb Europas sehr glorifizierend ist.

Zwar sind wir materiell ganz vorne, dafür aber sozial im Sinne von Zusammenhalt, Solidarität, Familie, Teilen, Empathie, Sinn- und Glücksempfinden eher weiter hinten zu finden. Das ist vielleicht der Preis unseres Arbeitsethos, und ich wünschte, er wäre ebenso bekannt wie unsere Autos ...

Bitte ziehen Sie Ihr persönliches Fazit aus der Woche.

Für mich waren vor allem die Menschen inspirierend und bereichernd. Diese neuen Kontakte bleiben weit über die Summer School hinaus und werden hoffentlich in Zukunft noch Konkretes hervorbringen.