Gesundheitliche Aspekte spielen in allen Lebensbereichen eine zentrale Rolle – privat, beruflich, gesellschaftlich, wirtschaftlich, politisch, ökologisch. Dieser Querschnittscharakter macht die Gesundheitsbranche zu einem anspruchsvollen, krisenfesten und sehr attraktiven Berufsfeld.

Hoher Bedarf und große Vielfalt

Fasst man die Branchendefinition etwas weiter und schließt Bereiche wie zum Beispiel Wellness und Gesundheitstourismus mit ein, arbeitete im Jahr 2016 mit etwa sieben Millionen Menschen jede(r) sechste Erwerbstätige in der personalintensiven Gesundheitswirtschaft. 2017 sind schätzungsweise rund 140.000 neue Stellen hinzugekommen.
Die Mehrheit der Gesundheitsunternehmen fürchtet als größtes Risiko für ihren zukünftigen Erfolg den Fachkräftemangel. Das sind gute Voraussetzungen für den persönlichen Karriereweg, ob in Ausbildung, Studium oder Weiterbildung, als Berufsanfänger, Umsteiger oder Quereinsteiger. Dabei ist das potenzielle Tätigkeitsspektrum äußerst bunt und breit, zu den Einzelbranchen im Gesundheitsmarkt zählen unter anderem:

  • (Human-, Zahn-, Tier-) Medizin, Pharmazie, Bio- und Gesundheitswissenschaften, Therapie, Pflege, Rehabilitation, Soziales
  • Pharmazeutische Industrie, Medizintechnik, Biotechnologie, Diagnostik
  • Kommunikation und IT, Management, Verwaltung, Versicherung
  • Ernährung, Sport, Wellness, Tourismus, Handel

Neben den vertrauten Professionen in der Versorgung, in Forschung und Lehre, Industrie, Handwerk und Technik gibt es eine Vielzahl an weniger bekannten Gesundheitsberufen. Zudem etablieren sich neue Berufsbilder, für die entsprechende Ausbildungs- und Studiengänge in Vollzeit oder berufsbegleitend angeboten werden. Zwei Beispiele: Während sich Gerontologen auf Fragestellungen der alternden Gesellschaft spezialisieren, widmen sich Präventologen der gezielten und individuellen Beratung über gesundheitsfördernde Maßnahmen.

„High Tech“ und „High Touch“

Medizinisch-technischer Fortschritt, demografischer Wandel und ein erhöhter Gesundheitsbedarf der Bürger lassen die Gesundheitsbranche boomen: Zusammen mit dem sogenannten zweiten Gesundheitsmarkt (Wellness und Co.) beträgt das finanzielle Volumen über 430 Milliarden Euro – mehr als in der Automobilindustrie.

Ein großes Problem ist allerdings der steigende Kostendruck im solidarisch finanzierten Gesundheitssystem. Das „Geschäftsmodell Krankheit“ taugt nicht als Wegbereiter für eine gesündere Zukunft. Eine andere Herausforderung ist die Digitalisierung, die gerade dabei ist, unser Gesundheitswesen zu revolutionieren. Telemedizin, Big Data, künstliche Intelligenz und diverse Roboter werden für Umwälzungen sorgen.

Die Gesundheitsbranche hat dabei das Zeug zum Vorreiter: wenn es den Gesundheitsakteuren gelingt, ihre Wertschöpfung als eine optimierte Synthese aus menschlicher Zuwendung, Technologie und Wirtschaftlichkeit auf ein höheres Level zu heben. Dafür braucht es engagierte Nachwuchstalente, die ihren Spielraum zwischen „High Tech“ und „High Touch“ nutzen, um zu besseren Gesundheitsergebnissen zu kommen.

Wichtig ist dabei, auch immer auf die eigene Gesundheit zu achten! Der mittelalterliche Gelehrte Thomas von Aquin hat es auf den Punkt gebracht: „Gesundheit ist weniger ein Zustand als eine Haltung. Und sie gedeiht mit der Freude am Leben.“