Der Deutsche Pflegeverband als politisches Sprachrohr der Pflege hat bereits vor über 10 Jahren die Einführung der generalistischen Ausbildung erstmals gefordert.

Was genau wurde reformiert?

Die drei bisher komplett getrennten Ausbildungsberufe in der Pflege werden im Zuge der Reform zusammengeführt. Konkret bedeutet das eine gemeinsame (generalistische) Ausbildung für die Dauer von zwei Jahren mit anschließender Wahlmöglichkeit im dritten und letzten Ausbildungsjahr zwischen dem generalistischen Abschluss oder einem Abschluss in den Bereichen Kinderkranken- bzw. Altenpflege.

In Teilzeit soll die Ausbildung maximal fünf Jahre dauern. Das bislang in manchen Bundesländern noch erhobene Schulgeld wird komplett entfallen. Voraussetzung für eine Pflegeausbildung ist ein mittlerer Schulabschluss oder ein Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung. Neu eingeführt wird eine Pflegeausbildung an Hochschulen. Das Studium dauert drei Jahre und soll unter anderem ein vertieftes Wissen über Grundlagen der Pflegewissenschaft vermitteln.

Warum ist die Reform nötig?

Wohingegen früher in Altenpflegeeinrichtungen hochbetagte, aber ansonsten gesunde Menschen versorgt wurden und in Krankenhäusern geriatrische Krankheitsbilder zur Ausnahme gehörten, hat sich das Verhältnis mittlerweile gewandelt. In Altenheimen wohnen zunehmend Personen mit mehreren chronischen und schweren Erkrankungen und in Krankenhäusern hat die Anzahl der Patienten über 65 Jahre zugenommen mit weiter steigender Tendenz.

Das ändert die Anforderungen an das Pflegepersonal und macht eine Gesamtkompetenz der Pflegenden im Altenpflege- als auch im Krankenpflegebereich dringend erforderlich. Diese Gesamtkompetenz wird mittels der generalistischen Ausbildung erreicht.

Was bedeutet die Reform für mich als Azubi?

Für zukünftige Azubis ist insbesondere der generalistische Abschluss interessant, da er viele Vorteile bietet. Sogar die Caritas, Deutschlands größter Wohlfahrtsverband, hat bereits angekündigt, nur noch generalistisch auszubilden.

Der Deutsche Pflegeverband rät von einer Vertiefung in der Altenpflege ab. Geschuldet ist das den Regelungen in der die Pflegeberufereform ergänzenden Ausbildungs- und Prüfungsverordnung. Entgegen unserem Bestreben wurde in der Verordnung der Altenpflegeabschluss auf ein Kompetenzniveau herabgestuft, das nicht mehr dem eines Heilberufes entspricht und unter dem der heutigen Altenpflegeausbildung liegt. Da der Einsatz mit einem generalistischen Abschluss auch in der Altenpflege möglich ist, sollte von Azubis diese Option favorisiert werden.

Grundsätzlich können die Absolventen der Generalistik in allen pflegerischen Versorgungsbereichen arbeiten, das ist ansonsten nicht möglich. Nicht zuletzt wird nur der generalistische Abschluss EU-weit anerkannt, was den Berufsträgern die Berufsanerkennung und -ausübung innerhalb der EU erleichtert.

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