Dabei sind erquickliche Anschreiben keine Geheimwissenschaft wie etwa schmackhafte Kantinengerichte. Sie folgen einfachen Regeln:

Wo der Lebenslauf das Profil eines Bewerbers schärft, spiegelt das Anschreiben seine Motivation und Persönlichkeit. Es genügt nicht, hier lediglich die Höhepunkte der eigenen Biografie zu wiederholen. Wichtiger ist, dem Adressaten prägnant zu zeigen, warum man sich auf eben diese Stelle bewirbt, und warum man der Beste ist, den er dafür bekommen kann.

Das Anschreiben muss auf Sie neugierig machen.

Soziale Kompetenzen stehen dabei im Vordergrund. Auf sie achten Personaler vor allem. Diese klischeefrei zu formulieren, ist nicht immer leicht, aber essenziell. Bei einem Satz wie "Ich bin team- und konfliktfähig..." zählen Recruiter nur noch die Tage bis zu ihrer Pension. Das muss subtiler verpackt werden. Überlegen Sie also, welche Talente, welche Erfahrungen, welches Wissen Sie mitbringen und wo Sie das im neuen Job einsetzen können.

Gehen Sie unbedingt auch auf die Anforderungen in der Stellenanzeige und der jeweiligen Position ein: Besitzen Sie alle Muss-Qualifikationen? Welche Zusatzkompetenzen bringen Sie mit? Welche Erfolge können Sie bereits vorweisen - und besser: beziffern? So zeigt ein Bewerber, dass er sich nicht nur für das Unternehmen interessiert, sondern auch echten Mehrwert bietet.

Das Anschreiben muss auf Sie neugierig machen. Der Eindruck, den Sie hinterlassen, muss sein: Da ist einer, der unser Geschäft versteht und etwas auf dem Kasten hat. Was dagegen nicht funktioniert: Fähigkeiten anbieten, die der ausgeschriebenen Stelle nicht entsprechen. Motto: "Ich habe zwar keine Erfahrung im Marketing, aber ich interessiere mich für Werbung."

Zum Schluss noch zum Aufbau: Jedes Anschreiben besteht im Kern aus vier Teilen:

  • Die Einleitung nimmt Bezug auf die ausgeschriebene Stelle. Kommen Sie gleich zum Punkt, bitte nicht einsteigen mit "Hiermit bewerbe ich mich um die Stelle als..."
  • Der zweite Teil ist Eigenmarketing. Hier macht der Bewerber klar, warum er der Richtige ist.
  • Im dritten Teil wird eine Verbindung zum Unternehmen hergestellt: Warum bewerben Sie sich ausgerechnet hier?
  • Am Ende bedanken ziehen Sie ein Resümee und betonen noch mal Ihre Motivation. Dann freuen Sie sich über einen Vorstellungstermin - aber ohne Konjunktiv!

Garnieren Sie das Ganze mit freundlichen Grüßen und einer handgeschriebenen Unterschrift. Fertig. Wie gesagt: Alles keine Raketenwissenschaft.

Die Grundregeln für die Bewerbung

Wie sieht die perfekte Bewerbung aus? Edle Hülle? Chronologischer Lebenslauf? Eingescannte Fotos? Vieles von dem, was in Bewerbungsratgebern steht, fällt ins Reich der Moden und Mythen. Das Nachsehen hat der Bewerber. Was Personaler wirklich schick finden, ist in der Regel eine klassisch-schlichte, aber aussagekräftige (!) Bewerbung ohne jeden Firlefanz.

Auch die teure Mappe kann man sich in der Regel sparen.

Ob der Lebenslauf "amerikanisch" – also mit der aktuellen Position zuerst – oder "chronologisch" verfasst wird, ist Geschmacksache und variiert von Personaler zu Personaler. Üblicher ist aber heute die amerikanische Variante.

Wichtiger ist, dass das Profil des Bewerbers schnell erfasst werden kann. Die wenigsten investieren mehr als 3 bis 5 Minuten, um eine Bewerbungsmappe zu sichten. Das Wesentliche muss also sofort ins Auge springen.

Auch die teure Mappe kann man sich in der Regel sparen (es sei denn, Sie bewerben sich für eine Führungsposition). Wer meint, dass er positiv auffällt, weil er seine Unterlagen in dreiflügelige Pappmappen steckt, irrt. Ausgeklappt nimmt das Triptychon den halben Schreibtisch ein. Die meisten Personaler nervt das einfach nur noch.

Das Bewerbungsfoto sollte indes hochwertig sein. Also nicht aus dem Automaten und auch kein Computerfoto. Standardformat ist hier 6 mal 9 Zentimeter. Das Motiv: Porträt in Business-Kleidung und mit gepflegten Haaren.

Das Foto selbst ist zwar heute keine Pflicht mehr, wird aber nach wie vor gern gesehen. Es kommt übrigens auf den Lebenslauf (je nach Layout) rechts oder links oben in die Ecke. Befestigt mit Klebestift, nicht mit einer Büroklammer.

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