In der Praxis werden – trotz des angespannten Arbeitsmarkts – Bewerberinnen immer noch kritisch unter die Lupe genommen. Schließlich suchen Firmen immer noch nach den am besten geeigneten Aspiranten auf eine freie Stelle. Also geht es automatisch um Fachkompetenz und Know-how? Beides ist wichtig, für Personaler aber längst nicht alles. In den letzten Jahren sind die Anforderungen der modernen Jobwelt gewachsen. Gerade die Zusammenarbeit internationaler Teams stellt eine große Herausforderung dar – sowohl im Hinblick auf die Sprachfähigkeiten als auch in Bezug auf unterschiedliche Kulturkreise.

Fachwissen und Kompetenz

Kompetenz und Fachwissen bleiben auch im 21. Jahrhundert die Basis, um im Job Erfolg zu haben. Nur wer sich mit der Materie im Job auskennt, wird die Karriereleiter nach oben klettern und sich von Mitbewerbern absetzen. In Deutschland heißt Fachwissen meist automatisch, dass es um einen guten Schul- oder Ausbildungsabschluss geht. Im Ausland wird diese „theoretische Kompetenz“ oder Qualität des Abschlusses wesentlich kritischer gesehen. Hier meint Kompetenz oft die berufliche Erfahrung.

Letztlich kommt es darauf an, beides miteinander zu vermischen – und die Balance zwischen Abschluss und Praxis-Know-how zu erreichen. Bewerberinnen, die diesen Aspekt verstanden haben, können vor der Konkurrenz punkten.

Um sich im Bewerbungsprozess weiterhin absetzen zu können, sind Zusatzqualifikationen hilfreich. Letztere können ganz unterschiedlich aussehen und variieren je nach Berufsbild und Branche. Und mit dieser zusätzlichen Qualifikation lassen sich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Auf der einen Seite ist das Know-how ein Pfand, welches Türen öffnen kann und Gehaltsverhandlungen dienlich ist. Andererseits zeugt die Zusatzqualifikation vom Wunsch, sich weiterzuentwickeln und Lernfähigkeit. Zwei wichtige Eigenschaften, die bei den Soft-Skills in jedem Fall positiv angerechnet werden. Wer noch nicht in einer Lotterie gewonnen hat, kann sich mit entsprechenden Qualifikationen auch gleich zu Beginn schon ein kleines finanzielles Plus erarbeiten.

Soziale Kompetenzen: Teamfähigkeit statt Elfenbeinturm

Viele Jobs – gerade in Medien- und IT-Unternehmen – sind in Teamarbeit eingebunden. Teils bezieht sich das Co-Working mit anderen Beschäftigten nicht nur auf die nationale Ebene. In vielen Firmen stecken inzwischen internationale Teams die Köpfe zusammen. Entsprechend wichtig sind soziale Kompetenzen. Teamfähigkeit ist nicht nur eine leere Worthülse. Laut dem zur Funke Mediengruppe gehörenden Portal absolventa zählen für Personaler die Teamfähigkeit und Kommunikationsfähigkeit zu den wichtigen Eigenschaften, die Bewerber mitbringen sollten. Dies gilt übrigens auch für die generationenübergreifende Teamarbeit.

Sprich: Wer fachlich ganz oben mitschwimmt und mit seinen Zusatzqualifikationen punkten kann, hat den Job noch lange nicht in der Tasche. Aufgrund des hohen Stellenwerts, den die sozialen Skills einnehmen, verändert sich auch der Bewerbungsprozess. Heute müssen Bewerber nicht selten – gerade in großen Konzernen oder KMUs – darauf gefasst sein, in Assessment-Kursen auch im Hinblick auf ihre Soft Skills geprüft zu werden.

Miteinander im Team zu arbeiten setzt unter anderem:

  1. Sprachkenntnisse
  2. Problemlösungsfähigkeiten
  3. Führungsstärke

voraus. Letzteres bedeutet nicht automatisch, gleich eine ganze Abteilung zu leiten. In Teams mit flachen Hierarchien können einzelne Teammitglieder durchaus in die Situation geraten, den Rest der „Truppe“ auch mal anzuleiten. Wer sich immer versucht im Elfenbeinturm zu verstecken, hat heute in Teams schnell Schwierigkeiten. Die offene Frau von heute hat hier große Vorteile und kann durch Teamfähigkeit die eigene Abteilung sowie auch das ganze Unternehmen weit voranbringen.

Probleme lösen und kritisch denken - wichtige Fähigkeiten für Bewerbern

Der Chef oder die Chefin führt, wir folgen nur – diese Einstellung und Haltung am Arbeitsplatz war gestern. In vielen modernen Unternehmen geht es heute darum, selbständig denkende Mitarbeiter ins Team zu holen. Gerade im Hinblick auf Problemlösungen setzen Firmen auf die vereinte Intelligenz ihrer Mitarbeiter. Erkennen Beschäftigte eine Herausforderung und sind in der Lage, diese am Ende auch noch zu lösen, winken mitunter sogar Prämien. Das Ziel: Unternehmen vollen Innovationspotenziale bei ihren Beschäftigten wecken.

„Aber das haben wir immer schon gemacht“ – diese Einstellung ist vielleicht in Firmen gewünscht, die sich modernen Entwicklungen verschließen. Vielen Chefs ist in den letzten Jahren klar geworden, dass Optimierung nicht nur von oben nach unten funktioniert. Oft wissen Mitarbeiter sehr genau, wo es „im Gebälk“ knirscht und sich Abläufe verbessern lassen. Die Mentalität des Abnickens verliert gerade in modernen Branchen an Bedeutung.

Lernfähigkeit, Kritikfähigkeit & Co.

Unternehmen brauchen keine Roboter. In vielen Bereichen geht es nicht ohne Menschen. Wer sich erfolgreich bewerben will, sollte – neben den schon genannten Fähigkeiten – einige weitere Skills in die Waagschale werfen können. Dazu gehören unter anderem:

  • Lernfähigkeit: Die Arbeitswelt dreht sich schneller. Und es kommt immer neues Know-how dazu. Wer lernen will, zeigt Leidenschaft für den Beruf und den Wunsch, sich auch persönlich weiterzuentwickeln.
  • Konfliktfähigkeit: Wo Menschen zusammenarbeiten, entstehen Spannungen und Reibung. Professionell mit anderen Meinungen umgehen, diese respektieren und Konflikte immer auf Augenhöhe lösen ist ein wichtiger Soft Skill
  • Kritikfähigkeit: Fehler passieren nun mal. Sich auf den Schlips getreten fühlen, wenn andere darauf hinweisen – eine denkbar schlechte Eigenschaft. Unternehmen sehen es gern, wenn Kritik nicht persönlich, sondern hilfreicher Hinweis aufgenommen wird.

Fazit: Mit Know-how und Charisma zum Job

In Deutschland brummt der Jobmotor. Wirtschaftsverbände und DIHK warnen schon seit längerer Zeit, dass der Mangel an Fachkräften irgendwann zu einem Problem werden kann. Diese Erkenntnis ist nicht neu. Wer sich jetzt für eine neue berufliche Herausforderung entscheidet, scheint also gute Karten zu haben. Stellt sich die Frage, ob Bewerbern die Jobs tatsächlich „in den Schoß“ fallen? Unternehmer suchen trotz angespannter Fachkräftesituation nach Bewerbern, die zu ihnen passen. Es geht dabei nicht nur darum, fachlich alle Hürden zu nehmen. Heute wird in vielen Firmen international gearbeitet. Team- und Kommunikationsfähigkeit sind zwei wesentliche Aspekte, um herauszustechen. Aber auch der eigene Anspruch an die Lernfähigkeit oder problemlösungsorientiertes Arbeiten sind wesentliche Aspekte, auf welche in der modernen Arbeitswelt Wert gelegt wird.