Sieben Tage die Woche, 24 Stunden täglich. Sie koordinieren bis zu 10.000 Flugbewegungen am Tag, mehr als drei Millionen pro Jahr. Im verkehrsreichsten Land Europas.

Fluglotsen stehen in ständigem Kontakt mit den Piloten aus allen Ländern der Welt: ganz gleich, ob sie am Münchner oder Hamburger Flughafen starten, in Frankfurt oder Berlin landen oder Deutschland nur überqueren. Und ganz gleich, ob die Piloten gerade einen Flieger der deutschen Lufthansa, der arabischen Emirates oder der russischen Aeroflot steuern.

Den Kontakt halten die Lotsen per Sprechfunkverbindung vom Tower oder von einer Kontrollzentrale aus. Den Piloten geben sie das An- oder Abflugverfahren weiter, sie erteilen ihnen die Startfreigabe oder weisen ihnen die Geschwindigkeit und die Höhen zu – damit alle Teilnehmer sicher im Luftraum sind. Je Stunde bewegen sich durchschnittlich rund 900 Flieger am deutschen Himmel, in Spitzenzeiten sogar über 1.000.

In den vergangenen 30 Jahren hat sich der Flugverkehr hierzulande beinahe verdreifacht.

Allein von der Verkehrsmenge lässt sich auf die wichtigsten Eigenschaften von Fluglotsen schließen: Die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen. Rasches Handeln. Hohes Verantwortungsbewusstsein. Wobei das noch längst nicht alles ist; hinzu kommen Konzentrationsfähigkeit, ein gutes Gedächtnis, hohe Mehrfachbelastbarkeit und ein ausgeprägtes räumliches Vorstellungsvermögen.

Und da Lotsen immer im Team arbeiten, werden Teamfähigkeit und soziale Kompetenz ohnehin vorausgesetzt. Bewerber, die nicht älter als 24 Jahre alt sind, über einen Bachelor-Abschluss verfügen oder die Allgemeine Hochschulreife nachweisen können oder auf dem Weg dorthin sind, erfüllen die formalen Voraussetzungen.

Fundiert ausgebildet, krisenfest

In den vergangenen 30 Jahren hat sich der Flugverkehr hierzulande beinahe verdreifacht. Und gegenwärtige Prognosen gehen von einer weiteren Steigerung aus. Trotz aller technischen Fortschritte und systemseitigen Unterstützung, die es in den vergangenen Jahrzehnten für die Lotsen gegeben hat, bleibt der Mensch ein unverzichtbarer Faktor. Jedes Jahr bildet die deutsche Flugsicherung deshalb erfolgreiche Bewerber zu Fluglotsinnen und Fluglotsen aus.

Flugverkehr - Ein Tag über Deutschland im Jahr 2016 - grün: Sinkflüge rot: Steigflüge blau: Flüge in gleichbleibender Höhe

Den Weg bis zum fertigen Fluglotsen gehen die Auszubildenden in rund drei Jahren. Die ersten Schritte führen sie zunächst in die Flugsicherungsakademie ins hessische Langen. Dort spiegelt die Ausbildung die realistische Vielfalt des Berufs wider: in Unterrichtsinhalten wie Navigation, Flugwetterkunde, Luftfahrt-Englisch, Luftfahrtkunde, Not- und Sprechfunkverfahren. Wirklichkeitsnah laufen auch die Übungen an den Simulatoren ab, an denen die angehenden Lotsen das Lotsen erlernen.

12 bis 15 Monate dauert die Theoriephase, abhängig davon, ob es sich um eine Ausbildung für Tower- oder Centerlotsen handelt. Richtig praktisch wird es dann im Unit-Training: Das dauert für Towerlotsen acht bis 15 Monate, für Centerlotsen zwölf bis 18 Monate. Wie im richtigen (Lotsen-)Leben werden die Azubis dabei natürlich nicht alleingelassen, sondern arbeiten im Team mit erfahrenen Kolleginnen und Kollegen zusammen.

Am Ende steht eine praktische Prüfung und dann, nach insgesamt nur drei Ausbildungsjahren, ist es offiziell: Aus den Auszubildenden sind fertige Fluglotsen geworden. Oder auch Fluglotsinnen – denn deren Anteil liegt mittlerweile bei einem Drittel.

Arbeitsorte können die 16 Towerstandorte der internationalen Flughäfen oder die von der DFS betriebenen Kontrollzentralen in Langen, Bremen, München oder Karlsruhe sein.

 

Informationen

Weitere Informationen zur Ausbildung, Details zum Anforderungsprofil und vieles mehr finden Sie unter www.karriere.dfs.de.