Antwort: Sie müssen kommunizieren, welche Aufstiegschancen bestehen und eine verheißungsvolle Laufbahn aufzeigen.

„Familienunternehmen sind das Rückgrat unserer Gesellschaft“, sagt Professor Dr. Dr. Brun-Hagen Hennerkes. Er muss es wissen. Schließlich arbeitet er seit rund 40 Jahren mit ihnen zusammen. Ebenso ist er Gründer und Vorstandsmitglied der Stiftung Familienunternehmen, der knapp 400 Firmen angeschlossen sind. Die Stiftung befasst sich mit der Bedeutung und Akzeptanz der Familienunternehmen in der öffentlichen Wahrnehmung. Ebenso kümmert sie sich um steuerliche und gesellschaftsrechtliche Aspekte, vertritt die Interessen gegenüber der Politik und fördert den Nachwuchs. 

Jagd nach den High Potentials

Beim so genannten War for Talents, also dem Kampf um verheißungsvolle Hochschulabsolventen, haben Familienunternehmen Nachholbedarf. Denn bei den High Potentials haben sie oft das Nachsehen gegenüber Publikumsgesellschaften. Um gute Nachwuchskräfte zu begeistern, muss mehr Präsenz gezeigt werden. „Die Unternehmen müssen Roadshows betreiben, die guten Absolventen aus der Region ins Unternehmen einladen und einen engeren Kontakt zu Universitäten pflegen“, sagt Prof. Brun-Hagen Hennerkes. 

Klare Kommunikation erforderlich

Haben sich die jungen Talente dann für ein Familienunternehmen entschieden, geht die Personalarbeit weiter. Es müssen Jahresgespräche geführt werden, in denen den Mitarbeitern ihre Chancen aufgezeigt werden. „Es sollte klipp und klar angesprochen werden, welche Förderungen und Weiterbildungen sie erhalten und welche Laufbahn sie einschlagen können“, findet Professor Brun-Hagen Hennerkes. Was selbstverständlich klingt, steht bei kleinen und mittleren Familienunternehmen jedoch oftmals nicht an der Tagesordnung.

Hohe emotionale Bindung

Familienunternehmen haben häufig eine überdurchschnittlich engagierte und loyale Belegschaft. Doch oftmals stehen sie in der Wahrnehmung der Bewerber hinter großen Publikumsgesellschaften. Dabei haben Familienunternehmen die besten Voraussetzungen, um eine hohe Mitarbeiterbindung zu erzielen. „Junge Mitarbeiter wollen integriert werden und sich entfalten können.

Beides können Familienunternehmen dank der flachen Hierarchien, flexiblen Strukturen, kurzen Entscheidungs- und Kommunikationswege und dem hohen Grad an Eigenverantwortung sehr gut leisten“, sagt Professor Brun-Hagen Hennerkes. Denn ein Mitarbeiter kann sich in Familienunternehmen schneller entwickeln, mit seinen eigenen Vorstellungen einbringen und durchsetzen. „Genau das ist die große Stärke von Familienunternehmen“, konstatiert Prof. Brun-Hagen Hennerkes. Diese Stärke muss jedoch in Zukunft besser kommuniziert werden.