Entscheidungsorientiert handeln zu lernen, steht im Mittelpunkt des Studiums: Im ersten Semester erwerben die Studierenden daher grundlegende Kompetenzen, zum Beispiel Bewertung wissenschaftlicher Studien, beziehungsgeleitete Kommunikation und Reflexion der eigenen professionellen Rolle,  die sie in weiteren Modulen anwenden, situativ vertiefen und anreichern.

Das Berufsfeld der Hebamme ist in den letzten Jahren aufgrund globaler soziopolitischer Entwicklungen komplexer geworden. Familienwerdungsprozesse sind dadurch nicht einfacher geworden. Die Zukunft des Hebammenberufs liegt weiterhin in dem niedrigschwelligen, aufsuchenden und bedürfnis-orientierten Angebot der Berufsgruppe und der Rolle von Hebammen im Bereich der präventiven Familiengesundheitsversorgung.

Momentan ist die berufspolitische Lage der Hebammen prekär, und zwar für viel mehr als nur die außerklinische Geburtshilfe leistenden Kolleginnen. Deutschlandweit finden Frauen keine Hebammen mehr für die Wochenbettbetreuung und müssen Belegabteilungen schließen, wenn keine Lösung für die finanziellen Mehrbelastungen einer Berufsgruppe gefunden werden kann, deren Arbeit höchst gesellschaftsrelevant ist.

Die Zuspitzung der Berufssituation der Hebammen bietet jedoch zum ersten Mal auch die Chance, dass grundlegende Entscheidungen getroffen werden (müssen) und nicht nur finanziell getröstet wird wie in den vergangenen Jahren. Formal gesehen erfordert die Aufnahme in den Studiengang Hebammenkunde an der Hochschule Fulda die Hochschulzugangsberechtigung sowie ein sechswöchiges Praktikum in einem hebammenrelevanten Bereich.

Darüber hinaus wird neben einer allgemeinen Studierfähigkeit die Lust erwartet, das Berufsprofil der akademisierten Hebamme mit zu formen. Belohnung ist die Doppelqualifikation, die das Arbeiten in vielen verschiedenen Kontexten ermöglicht.