Die Mitarbeiter

Loyalität sieht anders aus: Ganz offensichtlich sehr wechselbereit sind Mitarbeiter in Deutschland, wenn man Studien glaubt, die herausgefunden haben wollen, dass jeder Vierte regelmäßig ein Auge auf Positionen in anderen Firmen wirft. Die Gründe sind meist fehlende Aufstiegsmöglichkeiten, miese Führungsqualitäten der Vorgesetzten oder eine Unternehmenskultur, die nicht zu den eigenen Werten passt. Aber gesucht heißt noch lange nicht gefunden. Problem: Die klassischen Wege über Stellenanzeigen oder die Agentur für Arbeit sind mühsam und zeitraubend. Danach kann es unzählige Absagen hageln und die Motivation ist im Keller. Angestellte müssen außerdem heimlich vorgehen. Hinzu kommt, dass freie Stellen zu 65 Prozent auf dem verdeckten Stellenmarkt, also „unter der Hand“, gehandelt werden. Hier helfen dann nur Netzwerke, persönliche Empfehlungen oder Headhunter mit Insiderkenntnissen, die sogar inzwischen für Berufsanfänger attraktiv sind.

Die Unternehmen

Unternehmen, die heute in den sogenannten MINT-Fächern qualifizierte Mitarbeiter suchen, können einem hierzulande schon fast leidtun. Gerade beim Kampf um die begehrten IT-Kräfte stehen Firmen in täglicher Konkurrenz untereinander. Die geburtenschwachen Jahrgänge sorgen für eine angespannte Personalsituation. Auch in den kommenden Jahrzehnten sollen in vielen Branchen Hunderttausende Stellen unbesetzt bleiben. Das Handwerk klagt heute schon über Personalnot beziehungsweise über mangelndes Interesse der Schulabgänger. Um in Zukunft im globalen Wettbewerb konkurrenzfähig zu bleiben, verwandeln sich Unternehmen selbst zu Bewerbern um geeignetes Fachpersonal. Von „Active Sourcing“ spricht man heute bei dieser Form von proaktivem Personalmanagement, wenn sich Unternehmen selbst auf die Suche nach Mitarbeitern mit spezifischen Fachkenntnissen oder Führungskräften machen. Verstärkt wählen sie dafür zum Beispiel als Quellen soziale Medien oder Headhunter. Weiterer Vorteil der gezielten Eigenrecherche: Sie müssen sich nicht durch Stapel an Bewerbungsmappen lesen, die nach einer Stellenanzeige eintrudeln.

Die Personalvermittler

Personalvermittler agieren wie Makler zwischen zwei Parteien. Für kleine wie große Unternehmen mit vakanten Stellen haben sie mehrere Vorteile: Sie verfügen in der Regel bereits über eine große Bewerberdatenbank. Nicht selten sind sie auf bestimmte Branchen spezialisiert und kennen die aktuelle Situation auf dem Arbeitsmarkt. In diesen Branchen verfügen sie meist über ein großes Netzwerk an potenziellen Mitarbeitern und suchenden Firmen. Idealerweise sind sie deutschlandweit vertreten, sodass sie auch regionale Besonderheiten abdecken. Sie können oft sehr viel gezielter agieren als Human-Resources-Abteilungen. Dabei verwenden sie Methoden wie Profiling, analysieren Stärken und Schwächen der infrage kommenden Kandidaten und finden so, gerade für Führungspositionen, effizienter die Kollegen, die auch wirklich für die Stelle passen. Zwar entstehen Unternehmen zusätzliche Kosten und sie müssen Kontrolle abgeben. Gleichzeitig sparen sie aber erheblich Zeit und finden oft geeignetere Mitarbeiter. ′