Wie steht es um die Situation der Kitas in Deutschland aus Sicht ihrer Leitungen? Fühlen sie sich von der Politik angemessen unterstützt? Von Eltern und Öffentlichkeit wertgeschätzt? Wie ist die Lage der Kinder – verbessert sie sich, oder kommen immer mehr Kinder aus armen Familien in die Kitas? Wie sollte die Zukunft der Kitas aussehen? Wie kann Kita-Leitungen der Spagat zwischen den Ansprüchen und der Wirklichkeit im pädagogischen Alltag gelingen?

In Düsseldorf präsentierte der Deutsche Kitaleitungskongress (DKLK) die repräsentative DKLK Studie 2018 vor, eine Befragung zur Wertschätzung und Anerkennung von Kitaleitungen von Wolters Kluwer Deutschland unter der wissenschaftlichen Begleitung von Prof. Dr. Ralf Haderlein von der Hochschule Koblenz. Die Studie befasst sich mit Kitaleitungen im Zentrum der Qualitätsdebatte vor dem Hintergrund aktueller Themen wie Interkulturelle Vielfalt, Qualitätskonzepte, Teambildungsstrategien, Führung, Kommunikation und Kita als Organisation.

Das Ergebnis der umfassenden Befragung fällt ernüchternd aus, um es mal diplomatisch zu formulieren. Zu diplomatisch darf es allerdings nicht werden. Denn es geht – verdammt nochmal - um unsere Kinder, die doch so oft und gern als „unser größter Reichtum“ beschrieben werden. Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung bewertet die Ergebnisse der Studie denn auch unmissverständlich: „Es ist ein Armutszeugnis für die Politik, wenn gerade einmal zwei Prozent der befragten Kita-Leitungen sagen, dass sie sich von ihr spürbar unterstützt fühlen“. Es könne von niemandem erwartet werden, sich dauerhaft und hochmotiviert zu engagieren, wenn eine angemessene Würdigung der erbrachten Leistung weitgehend ausbleibt und sogar schlicht und einfach notwendige Unterstützung fehlt. Von einer besonderen Wertschätzung - die schon aus gesamtgesellschaftlichen Gründen auf der Hand liegen - ist gar nicht erst die Rede. Es geht flächendeckend eher um Grundlegendes.

Gerade einmal zwei Prozent der Kita-Leitungen fühlen sich überhaupt „spürbar unterstützt“

Prof. Dr. Ralf Haderlein erklärt: „Kita-Leitungen fühlen sich vor allem von der Politik im Stich gelassen, wenn es um konkrete Verbesserungen der Arbeitssituation geht. Kinder und Familien, die von Armut bedroht sind, sind keine Ausnahmen mehr, sondern eher die Regel. Der Kontakt zu diesen Familien gestaltet sich häufig schwierig.“ So stellten 53 Prozent der befragten Kita-Leitungen einen Zuwachs armer Kinder und Familien fest – aber nur rund 49 Prozent können sich mit speziellen Angeboten intensiv um von Armut betroffene Kinder und Familien kümmern.

„Die Gesellschaft schiebt immer mehr Verantwortung auf die Schultern der Kita-Leitungen“, so erklärt Michael Gloss, Geschäftsführer der Wolters Kluwer Deutschland GmbH. „Unser Ziel ist es, ihnen das Werkzeug an die Hand zu geben, um die hohen Anforderungen des Kitamanagements erfolgreich zu meistern.“ Kita-Leitungen benötigten für ihre Arbeit ein fachlich hochwertiges Know-how, immer wieder gute Ideen für den pädagogischen Alltag und einen Austausch mit anderen Praktikern, und das alles biete der DKLK wie keine andere Veranstaltung in Deutschland.

In diesem Jahr finden noch vier weitere Kongresse statt:

  • in Berlin (24. bis 25. April),
  • in Stuttgart (12. bis 13. Juni),
  • in Augsburg (26. bis 27. Juni)
  • und nochmals in Berlin (25. bis 26. September).

Informationen

Weitere Informationen zu Vorträgen und Referenten finden Sie unter www.deutscher-kitaleitungskongress.de.