Sich für einen Tag in neuen Berufen auszuprobieren, ist ideal für Jugendliche, die sich schon früh für ihre berufliche Zukunft interessieren und sich abseits klassischer Rollenbilder orientieren möchten. Damit der diesjährige Girls'Day und Boys'Day wieder ein voller Erfolg wird, ist das Engagement und Beteiligung von Unternehmen und Einrichtungen eine wesentliche Grundvoraussetzung. Sie organisieren in ihren Räumen praktische Berufserkundungen oder Gespräche mit den jungen Menschen, die so für einen Tag Einblick in die Arbeitswelt erhalten. Der Aufwand für die Firmen ist überschaubar, das Ergebnis aber lohnt sich nachhaltig.

Einblick geben in eine Arbeitswelt ohne Grenzen

Interessant für Anbieter des Aktionstags ist die nachhaltige Wirkung der Aktion. „Das Interesse der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler, sich nach dem Girls’Day und Boys’Day um ein Praktikum oder einen Ausbildungsplatz bei ihnen zu bewerben, steigt nachweisbar an“, so Projektleiterin Romy Stühmeier von der Bundeskoordinierungsstelle. In rund 20 Prozent der Fälle kommt es – ausgelöst durch den Girls'Day und Boys'Day – später zu einer Anstellung (vgl. Teilnehmenden-Befragung 2018).

Mitmachen? Das ist wichtig zu wissen!

Bevor sich eine Einrichtung Gedanken zur Mitwirkung macht, sollte sie sich bewusstmachen, dass es für die Jugendlichen gilt, Berufe kennenzulernen, in denen bislang zum Beispiel nur wenige Frauen arbeiten – wie in einer Tischlerei, einem Konstruktionsbüro, einem Forschungslabor oder einer IT-Firma. Gleichzeitig soll der Boys'Day zur Erkundung von Berufsfeldern dienen, die nur einen Männeranteil von unter 40 Prozent haben. Teilnehmende, männliche Schüler messen am Boys'Day somit beispielsweise Blutdruck im Krankenhaus, begleiten Erzieher in der Kita oder besuchen einen Workshop zum Thema Rollenbilder und Lebensplanung. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass es für beide Geschlechter dabei wichtig ist „unter sich“ zu sein. Nur so tauschen sich Mädchen und Jungen zu den gemachten Erfahrungen in den jeweiligen Berufsfeldern unvoreingenommener aus.

Steht das Angebot für den Praktikumstag, ist es notwendig, es auf der Website des Girls'Day und/oder Boys'Day einzutragen. Nur so finden interessierte Mädchen und Jungen dort für ihre Stadt oder Region auf einen Blick einen passenden Platz.

Geschlechterstereotypen – es gibt sie noch immer

Zu dem Zukunftstag rufen jedes Jahr das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, das Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie zahlreiche Verbände und Bündnispartner auf. Sie unterstützen die Gleichberechtigung in der Berufsorientierung auch vor den Hintergrund des Fachkräftemangels. Denn noch immer wird in Deutschland die Berufswahl von Geschlechterstereotypen bestimmt, obwohl bestimmte Branchen von einer gleichen Verteilung durchaus profitieren würden. Ausbildungsberufe sind davon genauso betroffen wie Studiengänge. Jungen sind bei der dualen Ausbildung mit 60 Prozent überdurchschnittlich stark vertreten. Besonders beliebt bei Mädchen ist weiterhin die Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement, zur medizinischen Fachangestellten oder zur Kauffrau im Einzelhandel. Jungen dagegen entscheiden sich am häufigsten für einen Job als Kraftfahrzeugmechatroniker, Industriemechaniker oder Elektroniker. Mehr Geschlechtervielfalt in der Berufswelt aber kann zum Gewinn für beide Seiten werden.

www.girls-day.de | www.boys-day.de | www.klischee-frei.de