Was macht Flughäfen als Standorte für Luxusmarken so attraktiv?

Die Zielgruppe. Ein hoher Prozentsatz der Millionen von Kunden, die einen Flughafen jedes Jahr passieren, sind Geschäftsreisende mit oft weit überdurchschnittlichem Einkommen. Diese stellen eine überaus begehrte Zielgruppe speziell für Luxusmarken dar.

Auch Menschen, die in den Urlaub fliegen oder Freunde besuchen, treffen wir hier in einer perfekten Situation an: Besonders hinter der Sicherheitskontrolle fängt der Urlaub schon an. Das gilt natürlich auch für das Urlaubsbudget, das bei den reisefreudigen Deutschen nicht kleiner geworden ist.

Haben sich deswegen auch die Aufgaben des Standortmarketings eines Flughafens verändert?

Der Flughafen als Standort hat sich im Laufe der Zeit immer weiterentwickelt. Früher bestand er oftmals lediglich aus zwei Start- und Landebahnen mit angeschlossenem Terminal. Dahin kamen die Leute ausschließlich zum Fliegen. Mittlerweile kann man am Flughafen gut essen oder spät am Abend noch etwas einkaufen. Insgesamt ist alles viel kundenorientierter geworden.

Dementsprechend hat sich auch die Haltung eines Flughafens gegenüber den Passagieren verändert. Damals hatte das Flughafenmanagement für einen reibungslosen Flugverkehr zu sorgen – und der Fall war erledigt. Heute ist ein gut funktionierender Flugverkehr nur ein Aspekt für die Kundenzufriedenheit. Da haben sich die Parameter verschoben und erweitert. Erlebniswelt Flughafen ist diesbezüglich ein wichtiges Stichwort.

Stichwort Erlebniswelt: Welche Vorzüge kann das Shopping-Erlebnis am Flughafen denn bieten?

Wir stehen sicher nicht in Konkurrenz zu anderen Einkaufszentren, das wollen wir auch gar nicht. Wir holen unsere Kunden aber an einer ganz interessanten Stelle ab. Viele Dienstreisende kennen vielleicht die Situation, dass ein Meeting mal früher als geplant vorbei ist.

Dann kann der Reisende sein Gepäck schon aufgeben und in einer äußerlich sehr angenehmen Atmosphäre die gewonnene halbe Stunde nutzen, um sich vielleicht einen neuen Anzug zu kaufen. Denn wenn man unter der Woche viel unterwegs ist, hat man am Wochenende oftmals keine Lust mehr, in die Stadt zu fahren, um Kleidung zu kaufen.