Die  Begriffe  „Live Stream“ und  „interaktiver Kongress“ sind schon seit einiger Zeit in der MICE-Branche bekannt; neu ist der Begriff „Hybride Kongresse“. Wie lassen sich diese Begriffe differenzieren?


Bei einer Veranstaltung mit „Live Stream“ kann der Betrachter die Veranstaltung live über das Internet anhand von Bild und Ton mitverfolgen. Ein „Live Stream“ ist nicht interaktiv. Bei einem interaktiven Kongress hingegen werden Tablet-PCs während der Veranstaltung an die Teilnehmer ausgegeben.

Über diese Tablet-PCs hat der Kongressteilnehmer die Möglichkeit, sowohl wichtige Informationen zum Kongress zu erhalten als auch mit anderen Teilnehmern zu kommunizieren und somit aktiv bei dem Kongress mitzuwirken.

Der degefest beschäftigt sich intensiv mit diesen neuen Technologien und setzt sie seit zwei Jahren erfolgreich bei den degefest-Fachtagen ein. Die konsequente Weiterentwicklung von „Live Stream“ im Internet und Tablet-PC – Interaktivität vor Ort – stellen „Hybride Kongresse“ dar; diese werden ermöglicht durch Apps, die auf allen gängigen Consumergeräten (Smartphones, Tablets, Notebooks) installiert werden können.

Die Apps bieten die gleichen Möglichkeiten wie die ausgegebenen Tablet-PCs eines interaktiven Kongresses, auch „Live Streams“ sind über Apps möglich. So wird beim „Hybriden Kongress“ gleichzeitig neben einer interaktiven Teilnahme der Kongressbesucher die Teilnahme von Menschen aus der ganzen Welt möglich.  

Wie funktioniert die interaktive Teilnahme bei einem hybriden Kongress?


Der Kongressteilnehmer (extern und intern) hat über die App die Möglichkeit, Informationen rund um die Veranstaltung zu erhalten. Dabei werden alle Informationen stets aktuell vor, während und nach der Veranstaltung zur Verfügung gestellt. Des Weiteren hat der Kongressteilnehmer die Möglichkeit, an Meinungsumfragen teilzunehmen und Fragen an die Referenten zu stellen.

Das direkte Geschehen kann über einen „Live Stream“ mitverfolgt werden. Es besteht auch die Möglichkeit der Kommunikation und des Austausches unter den Teilnehmern mit Hilfe eines Chat-Tools. Diese Features sind besonders für indirekte und externe Kongressteilnehmer interessant.

Wie profitieren die Veranstalter?


Die Entscheidung eines Kongressteilnehmers, die Veranstaltung zu besuchen, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, wie beispielsweise der terminlichen Lage, ausreichenden Hotelkapazitäten oder Reisekosten. Mit der Möglichkeit der externen, interaktiven Teilnahme besteht die Chance, die Teilnehmeranzahl insgesamt erheblich zu erhöhen.

Bei Kongressen, Tagungen und Seminaren geht es darum, wichtige Inhalte und Informationen zu erarbeiten und zu verbreiten. Dies kann durch die Nutzung von innovativen Technologien wesentlich effizienter geschehen.

Der „Hybride Kongress“ kommt zudem nachhaltigen Konzepten entgegen, da der CO2-Verbrauch durch den Wegfall von An- und Abreise verringert wird. Last, but not least können durch die zusätzlichen Teilnahmegebühren der externen Teilnehmer die Umsätze der Veranstalter erheblich gesteigert beziehungsweise finanzielle Ausfallrisiken minimiert werden.

Wie wird sich diese Entwicklung auf die MICE-Branche auswirken? Wird die Anzahl der Veranstaltungen sinken?


Wir kommunizieren nicht nur verbal, sondern mit allen Sinnen, die uns zur Verfügung stehen. Ich persönlich schaue meinen Gesprächspartnern gerne in die Augen und gebe ihnen die Hand. Ich bin davon überzeugt, dass die persönliche Begegnung immer mehr wiegt als der virtuelle Kontakt.

Aus diesem Grund wird sich  die Anzahl der Veranstaltungen nicht verändern. „Hybride Kongresse“ werden zukünftig die Realisierung von realen Veranstaltungen begünstigen, da sie die raumübergreifende Integration und Partizipation der Teilnehmer ermöglichen, damit den ROI verbessern und das allgemeine Kostenrisiko senken.