Beim ungeschützten, aber wertvollen Label „Made in Germany“, das als Produktkennzeichnung in der ganzen Welt für Qualität und Innovation steht, gibt es daher erste Vorreiter in Sachen Zertifizierung.   

Der Schuss ging nun wirklich nach hinten los. Ende des 19. Jahrhunderts sollte der Aufdruck „Made in Germany“ Kunden in Großbritannien und den USA vor Produkten aus dem damaligen Deutschen Reich warnen. Die Ware des Wettbewerbers vom europäischen Kontinent entwickelte sich allerdings immer besser. Und so wurde das Siegel stattdessen zu einem unverkennbaren Qualitätsmerkmal, das bis heute noch weltweit gültig ist.

Vertrauen bei Verbrauchern

Denn Konsumenten assoziieren mit dem Label „Made in Germany“ Werte wie Qualität, Vertrauen, Standard, Zuverlässigkeit, technisches Know-how oder Haltbarkeit. Verbraucher weltweit haben großes Vertrauen, vor allem in die deutschen Exportschlager. Ein entscheidender Grund, warum Deutschland mit einem Prozent der Weltbevölkerung rund zehn Prozent Weltmarktanteil produziert. Bei innovativen Produkten liegt die Zahl sogar höher. 

Hersteller in Nöten

Wegen der globalisierten Arbeitsteilung fließen jedoch inzwischen mehr denn je Vorprodukte und Bauteile aus verschiedenen Ländern in Produkte ein. Zwar findet der Großteil der Wertschöpfung noch in der Heimat statt und viele Importe stammen von deutschen Auslandstöchtern. Dennoch stehen vor allem Unternehmen vor der Herausforderung, bei diesem neuen Herstellungsprozess durch Qualitätssicherung bei ausländischen Zulieferern die Güte der einzigartigen Marke „Made in Germany“ zu bewahren. 

Gesetzliche Lücke

Ein weiteres Problem: Nach wie vor ist auch die Herkunftsbezeichnung „Made in Germany“ nicht geschützt. Das Label kann beliebig als Marketinginstrument ge- oder missbraucht werden. So entschied das Oberlandesgericht Düsseldorf im April vergangenen Jahres in einem Fall, dass bei Industrieprodukten, die mit den Aussagen „Produziert in Deutschland“ oder „Made in Germany“ beworben werden, alle wesentlichen Herstellungsschritte in Deutschland durchgeführt sein müssen.

Zukünftige Zertifizierung

Unsichere Verbraucher sollten sich daher am besten an den wenigen Anbietern orientieren, die bereits als Vorreiter in Sachen Zertifizierung agieren. So hat der TÜV Nord seit ein paar Jahren mit dem Herkunftsnachweis „Made in…“ ein Verfahren entwickelt, mit dem Anbieter die Herkunft eines Produktes oder einer Dienstleistung zertifizieren lassen können.

Der TÜV prüft nicht die Unternehmen, sondern stets die Herkunft einzelner Waren, Geräte oder Dienstleistungen. Die Wertschöpfung eines Produktes muss mindestens zu 50 Prozent im Ursprungsland erfolgen. Ebenso vergibt der Verein „Ja zu Deutschland“ ein entsprechendes Siegel an Firmen. Auch bei „Wir produzieren Deutschland“ haben sich Firmen gefunden, die gemeinsam ein Bekenntnis zum Heimatstandort aussprechen.