Seit der Einführung im Zuge des britischen „Merchandise Marks Act“ im Jahr 1887 hat sich die einst negative Kennzeichnung zu einem Qualitätssymbol deutscher Industrieprodukte entwickelt – neben Werten wie Funktionalität, Präzision oder Zuverlässigkeit.

Doch Qualität als entscheidendes Merkmal war zu Beginn des Industriezeitalters noch der hochwertigen Handwerksarbeit vorbehalten. Erst die allmähliche Perfektionierung der Produktionsabläufe sowie die Setzung von Normen und Standards führte ab Mitte des 19. Jahrhunderts zu einer Qualitätssteigerung und damit zur Anerkennung deutscher Produkte.

Hinzu kam die kontinuierliche Suche nach neuen Gestaltungsmöglichkeiten im Zusammenhang mit ästhetischen sowie sozialen Motiven. Vorreiter waren zu diesem Zeitpunkt noch Künstler und Kunsthandwerksbetriebe.

Von großer Bedeutung ist die perfekte Einheit von Funktion und Gestaltung.

Seit den 1950er-Jahren hat sich neben der Material- und Herstellungsqualität das Produktdesign zu einer wichtigen Strategie und einem wirtschaftlichen Erfolgsfaktor für Unternehmen entwickelt. Damit stieg das Bedürfnis nach einem qualitativen und relativen Urteil über die Gestaltung neuer Produkte. Das zeigt sich im jährlich ausgeschriebenen Wettbewerb „Red Dot Award: Product Design“.

Ausschließlich Produkte von hoher Designqualität werden mit dem Red-Dot-Siegel ausgezeichnet, nachdem eine Expertenjury jede Einreichung einzeln getestet, diskutiert und bewertet hat. Zu den strengen Kriterien der Juroren gehören unter anderem Innovationsgrad, Funktionalität, Ergonomie und ökologische Verträglichkeit.

„Design, das darauf abzielt, eine besondere Qualität zu erzielen, ist für Industrie und Handwerk richtungsweisend“, sagt der Designexperte Peter Zec. Von großer Bedeutung ist die perfekte Einheit von Funktion und Gestaltung. Zudem ist die Entwicklung zu beobachten, dass ein hoher Produktkomfort sowie Connectivity und digitale Transformation angestrebt werden.