Es ist nicht die erste Revolution in der langen Geschichte des Handwerks. Aber vielleicht ist es die erste, die Handwerker bewusst als Chance wahrnehmen. Schreiner, Bäcker, Automechaniker, Friseure – Handwerksbetriebe, die im Internet geschickt auf sich aufmerksam machen und ihre internen Geschäftsprozesse digitalisieren, verbessern ihre Kundenbeziehungen, erhalten mehr Aufträge und gewinnen Zeit für ihre eigentliche Aufgabe: das Handwerk.

Laut einer aktuellen Umfrage des Digitalverbands Bitkom sehen 69 Prozent der Handwerker die Digitalisierung als Chance für ihren Betrieb. Doch besonders kleinen Betrieben fällt es häufig schwer, die digitale Transformation zu durchblicken. Manch ein Betriebsleiter denkt wohl, man müsste an so vielen Stellen gleichzeitig handeln, dass man es doch am Ende lieber gleich ganz sein lässt. Dagegen hilft, nicht alles auf einmal zu wollen – dafür aber einfach anzufangen. Loslegen. Schritt für Schritt.

Ganz am Anfang muss die Entscheidung stehen, die Digitalisierung im Betrieb zur Chefsache zu machen. Was getan wird und was nicht, wie es getan wird, wer es macht – das alles sind strategische Entscheidungen, die vom Chef getroffen werden müssen. Nur: Wie trifft man solche Entscheidungen, wenn man vielleicht selbst nicht so ganz genau weiß, wo die Chancen der digitalen Zukunft und wo ihre Risiken liegen?

Braucht jeder Dachdecker eine Drohne? Jeder Bäcker eine Website, auf der Kunden Backwaren selbst kreieren und online bestellen können? Besonders für kleine Betriebe kann es sich lohnen, Hilfe anzunehmen, zum Beispiel von den lokalen Handwerkskammern. Wer sich lieber direkt mit den Digitalexperten austauschen möchte, sollte eine der vielen Stationen der Mittelstandstour besuchen, die der Digitalverband Bitkom zusammen mit den regionalen Handelskammern anbietet.

Probleme sind dazu da, gelöst zu werden.

Ziel der Tour ist es, den Mittelstand mit der Digitalwirtschaft an einen Tisch zu setzen und konkrete Handlungsempfehlungen zu erarbeiten. Denn die digitale Welt ist vernetzt – und so sollte auch die Digitalisierung des eigenen Betriebs vernetzt stattfinden. Ein Blick über den Tellerrand wird dabei helfen.

Ein weiteres Hauptaugenmerk muss bei der Digitalisierung den Mitarbeitern gelten, denn sie machen einen Betrieb aus. Für das Gelingen der digitalen Transformation des eigenen Unternehmens ist ein kontinuierlicher und offener Austausch mit allen Mitarbeitern wichtig. Besonders die jungen Kollegen können hier oft entscheidende Impulse setzen.

Ebenso wichtig ist die Weiterbildung der Belegschaft. Laut einer aktuellen Bitkom-Befragung sagen 40 Prozent der Handwerksbetriebe, dass die derzeitigen Mitarbeiter mehr Digitalkompetenz brauchen. Jedoch investiert nur rund jeder dritte Betrieb in die Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiter für die digitale Arbeitswelt. Wer an dieser Stelle rechtzeitig und mutig investiert, wird einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz gewinnen.

Am Ende müssen sich auch Handwerker bewusst machen, dass die Digitalisierung weder ein Zustand noch ein Ziel ist, sondern ein Prozess. Dabei hilft es, sich auf den deutschen Erfindergeist der Vergangenheit zurückzubesinnen und auf ein bewährtes Motto: Probleme sind dazu da, gelöst zu werden. Daran wird auch die digitale Revolution nichts ändern.

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