Geplagt von Zeitdruck rasen wir zur Arbeit und trinken dabei Kaffee To-Go. In der Mittagspause gibt es einen schnellen Snack aus dem Fastfood Restaurant und beim Abendessen versenden wir Mails, checken Posts und surfen in sozialen Netzwerken. Wir haben förmlich das Auge fürs Wesentliche verloren. Mit verheerenden Folgen. Viele Arbeitnehmer fühlen sich überfordert, leiden an gesundheitlichen Einschränkungen und verlieren nicht zuletzt an Lebensqualität. Zivilisationskrankheiten überlasten unser Gesundheitssystem und treiben Ausgaben explosionsartig in die Höhe. Krankschreibungen in deutschen Unternehmen verursachen Verluste in Milliardenhöhe. Doch was tun?


In meinen Firmenvorträgen fordere ich mein Publikum auf, mehr Eigenverantwortung zu übernehmen und mit dem eigenen Körper bewusster umzugehen. Aus meinem 30-jährigen Trainerdasein weiß ich, dass Motivation von innen kommen muss. Dennoch hat es Sinn, dieses Bewusstsein von außen zu wecken und dabei sind zwei Dinge maßgeblich: Bewegung & bewusste Ernährung.
 

Wir sind nicht zum Sitzen gemacht!

Bewegung baut Stress ab und wirkt sich positiv auf unseren Organismus, unsere Gesundheit und letztlich unsere Leistungsfähigkeit aus. Während in der Urzeit Flucht oder Kampf noch Reaktion auf jedwede Stresssituation war, folgt heute selten eine körperliche Belastung. Diese Belastung aber war es, die Stress abgebaut hat. Sie war unser Stressventil. Heute ist der Stress von anderer Natur, doch die körperlichen Reaktionen sind geblieben. Da wir uns im Schnitt nur rund 1000 Meter am Tag bewegen, fehlt uns das »Stressventil Bewegung«.
 

  • Gehen Sie als Chef mit gutem Beispiel voran und veranstalten Sie gemeinsame Lauftreffs
     
  • Schließen Sie eine Kooperation mit einem Fitnessclub
     
  • Führen Sie betriebliches Gesundheitsmanagement ein
     
  • Motivieren Sie mit Pfeil-Schildern Ihre Mitarbeiter die Treppe statt den Aufzug zu benutzen
     
  • Führen Sie Gesundheitstage – evtl. in Zusammenarbeit mit einer Krankenkasse – durch und buchen Sie einen externen Redner, der Ihre Mitarbeiter motiviert
     
  • Nutzen Sie moderne Schrittzähler-Apps mit Vergleichsfunktion und starten einen Wettbewerb (Innen- vs. Außendienst)
     
  • Bieten Sie Ihren Mitarbeitern die Möglichkeit für kurze Workouts

Beispiel: Acht Intervalle á 20 Sekunden Kniebeugen, gefolgt von 10 Sekunden Pause. Direkt im Anschluss nun Trizepsdrücken nach dem gleichen Prinzip. Diese Intervallmethode nennt sich Tabata und es gibt Tabata-Timer kostenlos als App.

 

Nach den Tabata-Intervallen empfehle ich zwei Mobilisationsübungen:

1. Rückwärtsbewegung (vordere Muskelkette)

2. Rumpfbeuge (hintere Muskelkette)

 

Diese beiden Übungen sollten am besten täglich, unabhängig vom Workout durchgeführt werden, da so Rückenbeschwerden präventiv entgegengewirkt wird, bzw. im akuten Fall sogar helfen können.

Durch vieles Sitzen verkürzen unsere Hüft- und Beinbeuger. Das Ergebnis: Rückenbeschwerden. Nach Einschätzung von Five-Gründer und Physiotherapeut Wolf Harwath könnten 90 % aller Bandscheibenoperationen verhindert werden, wenn die Betroffenen präventiv an ihrer Mobilität arbeiten würden. Fehlende Mobilität führt zwangsläufig zu Rückenbeschwerden, so sein Credo.
 

Du bist was du isst!

Unzählige Studien belegen, dass unsere Nahrung maßgeblich Einfluss auf unsere Konzentrations- und Leistungsfähigkeit hat. Setzen Sie auf eine gemüse- und eiweißbetonte Ernährung. Hinzu kommt Wasser, denn es ist für unseren Körper und Gehirn unabdingbar.
 

  • Bieten Sie Ihren Mitarbeitern kostenloses Wasser – Getränkeanlagen kosten nur wenige Euro im Monat
  • Vermeiden Sie Blutzuckerschwankungen, indem Sie in Meetings statt Kekse, Cola und Co; Wasser und Nüsse zur Verfügung stellen
  • Bieten Sie Healty-Food-Gerichte in Ihrer Kantine
  • Essen Sie regelmäßig fetten Fisch, denn dieser liefert Ihrem Gehirn essentielles DHA (Endform von Omega 3*), welches nachweislich die Gehirnleistung steigert
  • Checken Sie Ihren Vitamin-D-Status* – Menschen mit einem hohen Vitamin-D-Spiegel sind gesünder, belastbarer, leistungsfähiger und neigen seltener zu psychischen Erkrankungen

 

Fazit: Letztlich liegt es an jedem selbst für seine eigene Gesundheit zu sorgen. Dennoch ergibt es Sinn, das Bewusstsein der Mitarbeiter durch die eine oder andere vorgeschlagene Maßnahme zu wecken. Denken Sie daran, jede Maßnahme ist immer ein Zeichen von Wertschätzung gegenüber Ihren Mitarbeitern und zahlt auf die Mitarbeiterbindung ein. Weshalb also ungenutzt lassen? »Verantwortungsvolles Handeln als Führungskraft bedeutet auch, Prävention zur Chefsache zu machen. Und vergessen Sie dabei nicht, fitte Mitarbeiter erreichen mehr.«

 

*Ich lege allen Menschen in unseren Breitengraden – im wahrsten Sinne des Wortes – ans Herz, sich mit den Themen Omega-3 und Vitamin D zu beschäftigen.