Versicherungen nehmen Selbstständigen diese Sorge ab und sind damit eine wichtige Voraussetzung, dass sich Unternehmergeist entfalten kann. Welche Policen gerade kleine und mittelständische Unternehmen brauchen, lässt sich nicht verallgemeinern. Ein Online-Händler ist anderen Gefahren ausgesetzt als ein Maschinenbauer; ein Bäckermeister wiederum anderen als eine Firma mit Auslandsgeschäft. Grundsätzlich gilt: Jedes Risiko, das die Existenz des Betriebes bedrohen könnte, sollte abgesichert sein.

Ein Muss ist wohl für die meisten der Schutz ihrer Sachwerte: der Maschinen, Vorräte, Waren und Gebäude. Sie sollten einmal gegen Brände und Explosionen abgesichert sein – mittels Feuerversicherung –, aber auch gegen Sturm und Hagel, die von der Sturmversicherung abgedeckt sind. Zudem sollten Unternehmer über eine Elementarschadenversicherung nachdenken. Nur sie schützt vor Naturgewalten wie Hochwasser oder Starkregen, die immense Schäden anrichten können.

Mit der Absicherung der Anlagen ist es oft nicht getan. Was nützt der Ersatz für die abgebrannte Werkhalle, wenn bis zu ihrem Wiederaufbau die Produktion lahmliegt? Es droht der Ruin. Eine wichtige Ergänzung ist daher eine Betriebsunterbrechungsversicherung. Sie ersetzt den entgangenen Gewinn, kommt für Löhne auf und übernimmt etwaige Vertragsstrafen, wenn das Unternehmen seine Lieferverpflichtungen nicht erfüllen kann. Der Versicherer trägt auch Mehrkosten, etwa für die Anmietung externer Produktionsräume.

Kein Handwerker, Arzt oder Apotheker kommt heute noch ohne Computer und Internet aus.

Unverzichtbar und für einige Berufe ohnehin gesetzlich vorgeschrieben ist auch eine Berufs- oder Betriebshaftpflichtversicherung. Sie schützt Selbstständige vor Schadenersatzansprüchen aufgrund eigener Fehler. Sei es der Arzt, der den Patienten falsch behandelt, oder der Elektriker, dessen Montagefehler zu einem Hausbrand führt. Für Güterproduzenten kann zudem eine Produkthaftpflichtversicherung sinnvoll sein. Sie zahlt, wenn sich beispielsweise ein Kunde an einem fehlerhaften Gerät verletzt. Und sie deckt Schäden ab, die Abnehmern entstehen, wenn etwa durch einen Produktionsfehler eine ganze Charge wertlos wird.

Im Wirtschaftsleben ändern sich die Rahmenbedingungen oft schnell: neue Märkte kommen hinzu, neue Kunden, Technologien oder Produkte. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen, die noch stark wachsen, sollten ihren Versicherungsschutz regelmäßig überprüfen. Sonst kann es passieren, dass das Geld der Versicherung im Ernstfall nicht ausreicht, um alle Schäden zu bezahlen. Weil der Maschinenpark inzwischen deutlich größer geworden ist oder weil die Kosten einer Betriebsunterbrechung höher sind als beim Abschluss der Versicherung kalkuliert.

Zudem sollten Unternehmen prüfen, ob es neue Risiken gibt, vor denen sie sich schützen müssen, wie etwa Cyberattacken. Kein Handwerker, Arzt oder Apotheker kommt heute noch ohne Computer und Internet aus. Und das macht alle zu potenziellen Zielen. Eine Cyberversicherung kann für viele sinnvoll sein, um die wirtschaftlichen Folgen einer Attacke zu begrenzen. Sie trägt etwa die Kosten des Betriebsausfalls und zahlt für die Wiederherstellung verlorener Daten.