Neue Technologien unterstützen eine effizientere dezentrale Versorgung und sollen so den Energieverbrauch senken.

Schaut man auf die nackten Zahlen, wird die missliche Lage noch verständlicher: Nach aktuellen Studien liegen die Hauptproblemfelder der Hoteliers mit 58 Prozent bei den jährlich steigenden Energiekosten. Erst mit 49 Prozent folgen die allgemeinen Betriebskosten und mit 31 Prozent die Personalgewinnung. Bei näherer Betrachtung stellt man fest, dass die steigenden Energiekosten mehrheitlich durch einen höheren Verbrauch und die Energiepreise entstehen.

Wichtig ist dabei der Trend, Hotels weitgehend dezentral zu versorgen.

Große Verteilverluste bei zentraler Versorgung

Was den durchschnittlichen Verbrauch betrifft, gibt es in Deutschland deutliche Unterschiede in den einzelnen Hotelkategorien: So liegt er bei einem 1-2 Sterne Haus bei rund 300.000 Kilowattstunden (kWh). Beim 5 Sterne Hotel kann er 5.700.000 (kWh) erreichen. Ähnlich drastisch unterscheiden sie sich beim Ausstoß von CO2.

Allerdings stehen längst zahlreiche Maßnahmen zur Verfügung, die das Einsparen von Energie ermöglichen. Ein Großteil der Hotels hat noch immer eine zentrale Versorgung. Das Problem: Hohe Verteilverluste und große Vorhaltebehälter, die oft für eine maximale Nutzung ausgelegt sind, die kaum gebraucht wird. Hier lassen sich erheblich Kosten sparen.

Dezentrale Versorgung

Viele Bauherren beachten zu Beginn fälschlicherweise auch allein die reine Investitionssumme, die so günstig wie möglich sein soll. Vergessen wird dabei, dass energiesparende Produkte zwar teurer in der Investition sind, aber auf lange Sicht Einsparungen bringen und die laufenden Kosten senken.

Die Ziele sind deshalb, Energieeffizienz durch kurze Wege in der Verteilung und kleine vorhaltende Behälter für eine maßgerechte Nutzung zu ermöglichen. Der Vorteil: Zimmer werden nur „on demand“ mit der Buchung zur individuellen Ankunftszeit des Gastes auf die gewünschte Raumtemperatur gebracht – Energie wird nur auf Abruf verbraucht.

Wichtig ist dabei der Trend, Hotels weitgehend dezentral zu versorgen. Auf dem Markt finden sich bereits zahlreiche Technologien, die diesen Anforderungen gerecht werden.

Neue Technologien

So gibt es Systemlösungen, bei denen eine dezentrale Micro-Wärmepumpe das Heizen, Kühlen und die Warmwasserversorgung in Hotelzimmern übernimmt. Gleichzeitig nutzt das System jegliche Abwärme durch Wärmerückgewinnung. Zum Beispiel entzieht es dem genutzten Duschwasser die Wärme und speist diese wieder ein. Das daraus resultierende Grauwasser wird aufbereitet und für die Toilettenspülung genutzt. Der Energieverbrauch kann somit durch neue Technologien auf einen Bruchteil reduziert werden und Ressourcen werden effektiv geschont.