Berechnungen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) bestätigen: Die Energiepreise sind in den letzten zehn Jahren jährlich um bis zu acht Prozent gestiegen. Von den höheren Preisen sind besonders Gewerbe- und Industriebetriebe betroffen.

Denn in diesen Sektoren entstehen über 50 Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland. Jeder weiß: Ein hoher Energieverbrauch ist auch mit hohen Kosten verbunden. Doch diese lassen sich durch den Einsatz von energieeffizienten Konzepten und Technologien immer besser einsparen.

Weniger Energieverbrauch im Auswärtigen Amt

Von diesen Einsparpotenzialen wollte auch das Auswärtige Amt in Berlin profitieren. Gleich drei Gebäude sollten im Rahmen eines Energiespar-Contractings mit energieeffizienten Maßnahmen versehen werden – der Altbau, der Neubau und das Nebengebäude. Das Unternehmen YIT hat dafür den Zuschlag erhalten. Der Dienstleister für Gebäudetechnik, Facility Services und Energiedienstleistungen sollte den Gebäudekomplex unter energetischen Gesichtspunkten wirtschaftlicher ausrichten.

Die Hauptenergiefresser in einer Immobilie wie dem Auswärtigen Amt sind in der Regel die technischen Geräte, beispielsweise Heizung, Klima, Lüftung, Kälte, Sanitär sowie Elektrotechnik. Genau da bestehen immense Einsparmöglichkeiten. „Der richtige Einsatz von Gebäudetechnik erhöht den Wert einer Immobilie.

Die Ressourcen werden schonender eingesetzt und die Geräte lassen sich besser warten. Das führt automatisch zu einem höheren Wiederverkaufswert“, sagt Ralf Lutz, Geschäftsführer von YIT Germany.

Lohnenswertes Mammutprojekt

Das Auswärtige Amt ist das erste Ministerium, das seine Gebäude energetisch saniert. Für das Energiespar-Contracting wurde eine Laufzeit von zehn Jahren und ein Investitionsvolumen von knapp drei Millionen Euro vereinbart. Das meiste Geld ist in die Planung und in technische Geräte geflossen. Während der Vorbereitungszeit von sechs Monaten wurden unter anderem Messungen und Berechnungen vorgenommen.

Die intensive Planungsphase hat sich ausgezahlt: Denn durch die umgesetzten Maßnahmen werden während der gesamten Laufzeit jährlich 1.800 Tonnen CO2 eingespart. Zudem wird eine jährliche Energiekosteneinsparung von etwas mehr als 600.000 Euro erzielt. Das wiederum führt für das Auswärtige Amt zu einer direkten Haushaltsentlastung von 300.000 Euro pro Jahr.

Besseres Energiecontrolling

Folgende Energiesparmaßnahmen sorgen für ein besseres Controlling der Energiekosten: Im Auswärtigen Amt wurden ausgewählte Lüftungsanlagen umgebaut und einreguliert, Luftkollektoren wärmen nun die Außenluft vor. Die Kälteerzeugung wurde optimiert sowie in rund 1.000 Räumen eine Einzelraumregelung für die Heizung installiert.

In der Tiefgarage und den Kellergängen ersetzen LED-Leuchten mit Bewegungsmeldern die bisher verwendeten Glühbirnen. Ebenso wurden die Thermostatköpfe ausgetauscht, die Leistungsspitzen im Alt- und Neubau optimiert, wassersparende Armaturen und Urinale installiert und Zähleinrichtungen eingebaut.