Um dies herauszufinden, hat die WISAG Facility Service Holding einen Nachhaltigkeitsradar entwickelt. Er soll mehr Information und Transparenz schaffen und somit eine Meinungsbildung ermöglichen.
Zu diesem Zweck wurden 180 Vertreter der Immobilienwirtschaft befragt. Es galt herauszufinden, wie sie das Thema Nachhaltigkeit heute und in Zukunft einschätzen.

Ein zentrales Ergebnis ist, dass entsprechend spezialisierte Dienstleister einen Wettbewerbsvorteil haben. Diese These wurde von 74 Prozent der Befragten ganz oder teilweise bejaht. Allerdings glauben 61 Prozent auch, dass Nachhaltigkeit sich leichter durchsetzen wird, wenn sie mit einem Komfortzuwachs verbunden ist.

Es muss sich schnell rechnen

Nachhaltigkeit ist meist an einen niedrigeren Ressourcenverbrauch gekoppelt und soll zu Kostensenkungen führen. Nur wenn sie sich schnell auszahlt, findet sie in der FM-Dienstleistungsbranche Beachtung. Dieser Aussage stimmen 38 Prozent der Befragten ganz oder teilweise zu.

Gleichwohl sehen 56 Prozent größere Chancen für die Realisierung von Nachhaltigkeit, wenn neben der Kostensenkung auch Wachstumsimpulse erzielt werden können. Ohnehin wird zwiespältig betrachtet, dass Nachhaltigkeit unweigerlich mit höheren Kosten verbunden ist. Ebenfalls herrscht kein Tenor bei folgender These: Nachhaltigkeit ist aufgrund der Komplexität von Prozessen und Zusammenhängen sowie der Zeitachse nur schwer messbar.

Imagegewinn wichtiger als Energiereduzierung

Die Teilnehmer wurden ebenfalls gefragt, was die Hauptmotivation ist, die Nachhaltigkeit von Immobilien zu steigern. Der Imagegewinn liegt dabei an erster Stelle, gefolgt von der Energiereduzierung. An dritter Stelle steht, dass Nachhaltigkeit ökonomisch motiviert ist, um Kostensenkungen zu erzielen.

Die Bewertung der Beweggründe für Nachhaltigkeitsstrategien verändert sich beim Blick in die Zukunft. Dann springt der Motivationsfaktor „ökologische Fokussierung auf Energiereduzierung“ auf Platz eins, gefolgt von der Orientierung an einer langfristigen Werterhaltung. Der Motivationsfaktor „Image“ schafft es nur noch auf Platz 3.

Wer entscheidet eigentlich?

Eine weitere spannende Fragestellung war, wer Einfluss auf die Steigerung von Nachhaltigkeit nimmt. Die Antwort: Den Gebäudeeigentümern wird sowohl heute als auch zukünftig der größte Einfluss zugemessen. Ihnen folgen die Investoren und die Projektentwickler. Die Immobiliennutzer liegen auf Platz vier, wobei sie zukünftig signifikant an Einfluss gewinnen werden. Erst auf Platz fünf liegen die FM-Dienstleister. Sie machen hinsichtlich ihrer zukünftigen Bedeutung allerdings den größten Sprung nach vorne.

Großes Verbesserungspotenzial vorhanden

Kritisch für die Umsetzung von Nachhaltigkeitskonzepten werden vor allem zwei Faktoren gesehen: Zum einen wirkt sich schwierig aus, dass Eigentümer und deren Vertreter, wie Asset- oder Property-Manager, Nutzer oder Betreiber, unterschiedliche Interessen vertreten.

Zum anderen ist die Tatsache kompliziert, dass die Planung oft unabhängig vom künftigen Betrieb agiert. Daher kann die Nachhaltigkeit von Immobilien verbessert werden, wenn entsprechendes FM-Know-how bereits im Planungsprozess berücksichtigt wird. Das sehen 76 Prozent der Befragten so.

Allerdings stimmen nur noch 41 Prozent dieser Aussage zu, wenn es um langfristige Verträge mit FM-Dienstleistern geht. Als Resümee der Befragung lässt sich festhalten: Die Vorteile der Nachhaltigkeit müssen mit wirtschaftlich nachvollziehbaren Vorteilen dargestellt werden. Daher ist eine transparente Vorteilsberechnung eine entscheidende Voraussetzung für mehr Nachhaltigkeit in Immobilien.