Die Bundesregierung rechnet mit drei Prozent Güterverkehrswachstum p.a. Die Logistikunternehmen optimieren stetig ihre Fahrzeugflotten, Lagerhäuser und Transportrouten. Der deutschen Logistikwirtschaft gelingt es seit Jahren, das Transportwachstum vom Emissionswachstum zu entkoppeln.

Während die CO2-Emissionen des Verkehrssektors innerhalb Deutschlands seit 1999 kontinuierlich zurückgegangen sind (16 Prozent zwischen 2000 und 2007), stieg die Güterverkehrsleistung um knapp 30 Prozent.

EU-Vorgaben

Trotz dieser Erfolge bleibt der Mobilitätssektor unter politischem Druck. Vor allem europäische Politiker wie die Umweltkommissarin Connie Hedegaard und Verkehrskommissar Siim Kallas fordern strikte CO2-Minderungsziele, die noch über die Kyoto-Ziele hinausgehen.

So plädiert Kallas in seiner verkehrspolitischen Strategie für eine CO2-Minderung im Verkehrssektor von 60 Prozent bis 2050 gegenüber 1990. Erreichen will er dies u. a. durch technische Innovation, Verteuerung von Mobilität und Emissionshandelszertifikate.

Einklang von Ökologie und Ökonomie

CO2-Reduktion kann jedoch nicht allein über ökologische Regulierung erreicht werden. Wichtig ist, dass Politik und Wirtschaft gemeinsam darauf hinarbeiten, Ökologie und Ökonomie in Einklang zu bringen. Denn wo Umweltvorteile mit Kosten- und Preisvorteilen einher gehen, dort profitieren das Klima, die Betriebe und die Kunden. Per se haben Unternehmen ein hohes Interesse, Treibstoff und Energie zu sparen, denn das spart zugleich Kosten.

Unternehmerische Stellhebel

Welche Stellhebel stehen den Unternehmen für Klimaschutz in der Logistik zur Verfügung? Das Spektrum reicht von Fahr- und Betriebsweise (Spritspartraining, Anflugverfahren Continuous Descent) über die Erhöhung der Auslastung und Effizienzsteigerung (Frachtenbörsen), der Vernetzung der Verkehrsträger und Bündelung von Verkehren bis hin zu neuen Technologien.

Ein anderer wichtiger Stellhebel ist die Weiterentwicklung der Transportmittel. Im Straßengüterverkehr ist Spielraum für Optimierung der Dieselfahrzeuge und Elektroantrieb für leichte Nutzfahrzeuge. Aber andere Transportmittel haben Innovationen, z.B. Energierückspeisungen bei Lokomotiven, neue Rumpf- und Schraubenformen oder Motorumrüstungen in der Schifffahrt.

Politische Verantwortung

Ökologisch motivierte Regulierungen sind mit Augenmaß umzusetzen sowie Forschung und Entwicklung offensiv zu unterstützen. Notwendig sind vor allem globale Ansätze zur CO2-Minderung, um europäische und deutsche Unternehmen im weltweiten Wettbewerb nicht zu benachteiligen. Zudem sollte den Unternehmen Spielraum für ökologische Investitionen bleiben.

Eine zentrale Aufgabe der Politik bleibt nach wie vor, hochbelastete Güterverkehrskorridore bedarfsgerecht auszubauen. Und nicht zuletzt liegt es am Kunden, ob er bereit ist, für grüne Produkte mehr Geld zu zahlen.