Unternehmen sehen ihre Dienstleister zunehmend auch bei diesem Thema in der Verantwortung. Aber welche Logistikdienstleister sind nachhaltig? Das klärt der Nachhaltigkeitsindex der Fraunhofer SCS. Das Institut hat die Branchenführer der Logistik untersucht.

Ergebnis: Der Begriff »Nachhaltigkeit« hat längst Einzug in die Logistik gefunden. Politische Vorgaben und die öffentliche Diskussion um das Thema CO2 haben die Branche zum Umdenken gezwungen. Von Standards oder Transparenz kann jedoch längst noch keine Rede sein.

Genau hier setzt der Nachhaltigkeitsindex der Fraunhofer SCS an. Das Forschungsinstitut um die Autoren Alexander Nehm und Annemarie Kübler untersuchte die Transparenz in der Kommunikation einerseits und fragte darüber hinaus nach der tatsächlichen Umsetzung.

Im Report konnte erfasst werden, welche Maßnahmen schon standardmäßig umgesetzt werden und welche dagegen besonders innovativ sind. Berücksichtigt wurden die drei Aspekte von Nachhaltigkeit – Ökonomie, Ökologie und Soziales.

Die Untersuchung der Fraunhofer SCS soll vor allem Verladern bei der Auswahl von Logistikdienstleistern als Orientierungshilfe dienen: Sie liefert Informationen, auf welche Kriterien geachtet werden muss und wie die Maßnahmen bezüglich ihres Innovationsgrades einzuordnen sind.

Um zunächst die Transparenz der Kommunikation beurteilen zu können, wurden verschiedenste Kriterien herangezogen: Neben der Veröffentlichung eines Nachhaltigkeitsberichtes spielen auch formale Aspekte wie die Ebene der Information oder der Zugang und die Übersichtlichkeit eine Rolle. In einem weiteren Schritt, dem  Nachhaltigkeitsindex, werden Maßnahmen bewertet, die zu einer Verbesserung der nachhaltigen Situation der Logistikdienstleister beitragen.

So konnten Standards identifiziert sowie zukünftige Entwicklungen und Innovationen herausgearbeitet werden. Darüber hinaus konnten die Unternehmen in vier Gruppen eingeteilt werden.

Die Besten der Branche

Unter den »Vorreitern« befinden sich Unternehmen, die das Thema Nachhaltigkeit meist seit mehreren Jahren sehr fortschrittlich umsetzen. Nachhaltigkeit ist strategisch tief verankert und wird durch konkrete Maßnahmen konsequent verbessert. Diese Unternehmen haben Aktivitäten vorzuweisen, die oftmals über den Standard hinausgehen und als innovativ angesehen werden können.

Daneben gibt es die »Macher«, die sich auf die Umsetzung von spezifischen Einzelmaßnahmen konzentrieren: Diese sind meist auf Kundenanforderungen zugeschnitten und erzielen dadurch einen hohen Wirkungsgrad.

Die Gruppe der »Strategen« zeichnet sich durch gesamtheitliche Nachhaltigkeitskonzepte und eine tiefe Verankerung im Unternehmen aus, die Ausprägungen der Maßnahmen ist eher dem Standard-Bereich zuzuordnen. Die größte Gruppe sind jedoch die »Beobachter«: Sie weisen Aktivitäten nach, die sich unter den Standards befinden.

Sie sind entweder im Bereich der strategischen Implementierung oder im Bereich der aktiven Umsetzung überdurchschnittlich aktiv. Hier finden sich viele mittelständische Unternehmen, die das Thema Nachhaltigkeit aufgegriffen haben und zukünftig noch stärker forcieren werden. Diese Gruppe hebt sich deutlich von Unternehmen ab, denen nur geringe Aktivitäten im Bereich Nachhaltigkeit nachgewiesen werden konnten.

Die Ergebnisse sind insofern überraschend, als dass im Vergleich zur derzeitigen Aufmerksamkeit, die das Thema Nachhaltigkeit erfährt, lediglich ein kleiner Teil des
Logistikdienstleistermarktes aktiv an einer Verbesserung seiner nachhaltigen Situation arbeitet. Demgegenüber stehen viele positive Unternehmensbeispiele, die auch ohne feststehende Branchenstandards oder (gesetzliche) Vorgaben konsequent innovative und nachhaltige Dienstleistungen umsetzen und weiterentwickeln.

Der Bericht „Nachhaltigkeits-index für Logistikdienstleister – Orientierungshilfe in einem intransparenten Markt“ wird kontinuierlich aktualisiert und kann kostenlos im Internet bezogen werden.