Damit wird die Logistik zunehmend zu einem Gradmesser der Wirtschaftskraft in einer Region. Mehr als 570.000 Menschen – mit wachsender Tendenz – sind mittlerweile in Ostdeutschland branchenübergreifend mit logistischen Aufgaben befasst. Das sind deutlich mehr, als im Informations- und Kommunikationsbereich oder in der Bauwirtschaft beschäftigt sind.

Die neuen Bundesländer können von verschiedenen Erfolgsfaktoren profitieren.

Aktuelle Entwicklungen wie die Neuansiedlung von großen Unternehmen mit hohem Logistikanteil legen den Schluss nahe, dass die Logistik in Ostdeutschland auch künftig weiter wachsen wird. Diese Dynamik entlastet nicht nur den regionalen Arbeitsmarkt, sondern unterstützt effektiv sowohl den Handel mit seinen vielfältigen Innovationen als auch die industrielle Produktion.

Die neuen Bundesländer können dabei von verschiedenen Erfolgsfaktoren profitieren:

So hat die Osterweiterung der EU die geostrategische Lage der Region verändert und Ostdeutschland in das Zentrum zwischen den Wachstumsmärkten im Osten und dem etablierten Wirtschaftsmotor Westeuropas gerückt. Nicht zufällig eröffnen Unternehmen wie eBay (bei Halle) oder IKEA (Erfurt) Logistikzentren in den neuen Bundesländern.

Die Verkehrsprojekte „Deutsche Einheit“ sorgten seit den 90ern für die Bereitstellung einer modernen Infrastruktur und bieten immer noch offene Kapazitäten für eine weiterhin dynamische Entwicklung der ostdeutschen Logistikwirtschaft.

Der Umschlag höherwertiger Güter nimmt stetig zu, zuletzt auch getrieben durch die Ansiedlung moderner produzierender Unternehmen.

Die EU half mit der gezielten Entwicklung der europäischen Transportnetzkorridore (TEN-T) nach, von denen drei durch Ostdeutschland verlaufen, namentlich der North-Sea-Baltic-Corridor (von den Ostseehäfen der baltischen Staaten zu den Nordseehäfen in Westeuropa), der Orient/East-Med-Corridor (von den Nord- und Ostseehäfen zum Mittelmeer und zum Schwarzen Meer) und der Scandinavian-Mediterranean-Corridor (von Skandinavien an die Adria). Damit ist die Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg – mitten im Herzen der neuen Bundesländer – Knotenpunkt gleich dreier wichtiger europäischer Verkehrskorridore.

Während der Handel, gerade auch im Zuge des E-Commerce, nach günstigen Standorten für eine Distribution seiner Waren sucht, muss es für die Entwicklung der produktionsgetriebenen Logistikwirtschaft eine Ansiedlung produzierender Betriebe geben, um die notwendige Nachfrage für die angekoppelte Logistikwirtschaft zu erzeugen. Aber auch hier zeigt der Osten eine dynamische Entwicklung.

Der Umschlag höherwertiger Güter nimmt stetig zu, zuletzt auch getrieben durch die Ansiedlung moderner produzierender Unternehmen. So hat die Anzahl der Beschäftigten im Verarbeitenden Gewerbe in den neuen Ländern von 2006 bis 2015 von 580.000 auf 680.000 Beschäftigte zugenommen. Es spricht also vieles dafür, dass sich die Erfolgsgeschichte der Logistik in Ostdeutschland fortsetzt.