Das gilt auch für die Logistik bei Unternehmen.

Wettbewerbsfähigkeit bedeutet meist Kostendruck. Vor dem Hintergrund der Erschließung von Kostensenkungspotentialen wird in Unternehmen häufig auch der Logistik unter die Lupe genommen. Häufig kann die Entscheidung über ein Logistik-Outsourcing, also die vollständige oder teilweise Vergabe von Logistikleistungen des eigenen Unternehmens an externe Dienstleister, eine interessante Alternative darstellen.

Der Begriff Outsourcing steht für die Abkürzung „Outside Resource Using“. Beim Outsourcing geht es um die „Auslagerung bestimmter Teilleistungen eines Unternehmens, deren Übernahme in die Betriebsführung und operative Verantwortung eines externen Geschäftspartners fällt, unter Einsatz nachvollziehbarer, messbarer Qualitätsmerkmale über einen mehrjährigen Zeitraum“.

Strategische Entscheidung

„Wie auch immer man die Sache betrachtet: Viele Unternehmen sind sich beim Stellenwert der eigenen Logistik im Unklaren. Egal, ob Kosten, Wettbewerbsvorteil oder Qualität. Dabei lassen sich schnell erste Erkenntnisse über die Logistik als Kernkompetenz gewinnen, wenn man folgende Punkte beleuchtet, ,“ sagt Timo Koch, selbständiger Logistikberater in Berlin. 

  1. Wie sind die Absatzmärkte verteilt (Deutschland, Europa, Welt)?
  2. Logistikattraktivität: Wie hoch sind die Logistikkosten vom Umsatz und wie können diese beeinflusst werden. Ist der Anteil gering, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass sich Outsourcing lohnt.
  3. Logistik-Kompetenz: inwieweit gelingt es Unternehmen, sich mit der Logistik vom Wettbewerb zu differenzieren. Erste Anhaltspunkte geben Reklamationsquote und Lieferzeiten. 
  4. Wie hoch ist der Komplexitätsgrad von Sortimenten (Anzahl Artikel, Volumina, Größen)?
  5. Saisonale Schwankungen: unterliegt ein Geschäft starken Schwankungen innerhalb eines Jahres, dann spricht das eher für eine Outsourcing-Entscheidung. 
  6. Synergieeffekte: bietet der Dienstleister signifikante Vorteile, wenn er die Logistik eines Unternehmens übernimmt? Gerade Synergien innerhalb einer Branche (Pharma, Ersatzteile, Versandhandel) können ein Outsourcing attraktiv machen.
  7. Investitionen: wie viel Geld muss ein Unternehmen in die Hand nehmen, um in der Logistik wettbewerbsfähig zu bleiben (Investitionen im Verhältnis zu den Logistikkosten).

Keine Ad-Hoc Maßnahmen

Eine Entscheidung für das Outsourcing der firmeneigenen Logistik trifft man nicht einfach mal so aus der Lameng, denn es handelt sich bei diesem Vorgang um eine grundsätzlicher strategische Weichenstellung des Unternehmens, das weitreichende Folgen haben kann. Vor der Entscheidung für einen Anbieter sollte deshalb eine umfangreiche Ist-Situationsanalyse durchgeführt werden. 

Übrigens: Erst hier wurde so manchem Unternehmer oder Manager klar, welche Querschnittsfunktion die Logistik in Firmen häufig einnimmt. Schon aufgrund der Tatsachen, dass man einerseits sehr eng in einer Allianz mit einem externen Dienstleister zusammen arbeiten wird sowie andererseits die damit auftretenden Risiken, die sich in einer solchen Partnerschaft verbergen können, erfordern ein detailliertes Outsourcing Konzept des Unternehmens.

So empfiehlt beispielsweise das Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik, die Einführung in einem sogenannten Phasenmodell zu strukturieren und nacheinander durchzuführen.

Gründliche Partnerwahl

Eine wesentliche Entscheidung kommt – wie im richtigen Leben – der Wahl des geeigneten Partners zu. Doch wie findet man den Richtigen? Schließlich übernimmt der Logistikdienstleister wichtige Geschäftsfunktionen seines Vertragspartners. Schon hier sind hohe Anforderungen an beide Seiten gestellt.

Denn je klarer der Auftraggeber die auszulagernden Prozesse, Anforderungen und Erwartungen beschreibt, desto besser können die externen Anbieter kalkulieren und ein gutes Angebot vorlegen. 

Ein präzise formulierter Vertrag bildet die Basis für eine gute zukünftige Zusammenarbeit. Für das outsourcende Unternehmen bleibt, wenn alle Parameter eingehalten werden, ein wesentlicher Vorteil und Nutzen übrig. Die Konzentration auf das Kerngeschäft, da alle logistischen, aber auch die damit verbundenen administrativen Aufgaben fortfallen.