Wer hat sie nicht schon gesehen? Am Rande von Autobahnen, an wichtigen Knotenpunkten von Verkehrswegen oder in der Nähe von Flughäfen? Logistikparks als moderne Güterdrehscheiben sind aus der Transportschiene nicht mehr wegzudenken. Die moderne Güterverteilung fördert die Etablierung von Logistikparks, die auch Güterverteilzentren genannt werden.

Sie werden von unterschiedlichen Besitzern und Nutzern betrieben. Im Güterverteilzentrum kooperieren die verschiedensten Logistik- und Verkehrsbetriebe miteinander. Damit steht diese Konzeption im Gegensatz zum Güterverkehrszentrum, welches überwiegend nur von einem Unternehmen betrieben wird.

In den Güterverteilzentren werden verschiedene Funktionen der Logistik gebündelt: Neben dem Warenumschlag wird hier häufig kommissioniert oder andere Dienstleistungen wie Verpacken, Lagerung und andere Services rund um die Logistik angeboten. Diese Logistikparks haben eine Magnetfunktion, denn zunehmend findet man hier ganze Produktionsunternehmen, die aus Halbfertigteilen, die hierher geliefert werden, komplette Produkte herstellen.

Vor allem in den Gemeinden in den sogenannten Speckgürteln der Städte, die über entsprechende Flächenpotentiale verfügen, werben seit längerem schon um die Ansiedlung von Logistikparks, denn die hier entstehenden „Mehrwertdienstleistungen“ spülen Gewerbesteuer in die kommunalen Kassen.

Sondersituation Flughäfen

Eine besondere Situation gibt es an Flughäfen. „Computerfirmen zum Beispiel schätzen die Nähe zu Rollfeld und Autobahn. Statt ein defektes Notebook zeit-, kosten- und verkehrsintensiv ins Ausland zum Hersteller zu transportieren, wird es am Flughafenstandort bzw. in seiner Nähe repariert“, erklärt der Professor Dr. Rudolf Juchelka vom Institut für Wirtschaftsgeographie an den Universität Duisburg-Essen.

„Die End-of-Runway-Logistik bietet sich für unterschiedliche, vor allem zeitkritische Waren und Dienstleistungen an: für EDV-Produkte, Medizintechnik, Kartenprodukte aus dem Finanzsektor oder gar für Lebensmittel. „Sie leistet nicht nur einen Beitragzur betriebswirtschaftlichen Optimierung, schafft Arbeitsplätze und neue Profilierungsmöglichkeiten für die Region. Sie hilft - mit Blick auf den Klimaschutz - vor allem Verkehr zu vermeiden. “

Beispiel USA und China

Das beste Beispiel eines dieser Logistikparks liegt übrigens nicht in Deutschland, sondern in den USA: Am Flughafen von Louisville, Kentucky, einem der zehn größten Frachtflughäfen der Welt, haben sich mittlerweile 80 Firmen aus ganz Amerika angesiedelt und bieten dort Mehrwertdienstleistungen an. So auch das Logistikunternehmen UPS, das hier seinen Welt-Hub, also Welt-Verkehrsknotenpunkt hat. “

Auch im Reich der Mitte wird inzwischen nahezu im Monatstakt ein Logistikpark eröffnet. Vorteil des chinesischen Modells; die Waren die ein- oder ausgeführt werden sind Zollausland. Zudem sind Dienstleistungen, die innerhalb der Logistikparks ausgeführt werden, steuerbefreit. 

Juchelka und sein Team sehen in Europa neben den Flughäfen Charles des Gaulles/Paris und Lüttich/ Belgien zwei deutsche Flughäfen auf einem guten Weg: „Köln/ Bonn und Leipzig haben die besten Voraussetzungen, sich noch stärker als End-of-Runway-Logistik- Standorte zu etablieren. “