Sparfüchse unter den Businessreisenden kennen diese alternative Reiseform über den Großen Teich schon seit Mitte der Fünfzigerjahre des 20. Jahrhunderts, als Fliegen noch kein Massengeschäft war und ein Flug über den Atlantik, auch außerhalb der Businessclass, mehr als einen durchschnittlichen Monatslohn kostete. Schon damals bot die isländische Loftleiðir Icelandic günstige Flüge über den Nordatlantik mit Island als Zwischenstopp an.

Während in den Siebzigerjahren des letzten Jahrhunderts vor allem von Luxemburg via Reykjavik geflogen wurde, kann man heute ab Frankfurt/Main und München sowieso in den Sommermonaten auch ab Hamburg via Island in die USA und nach Kanada fliegen. Interessant ist dies schon aufgrund der kurzen Umsteigezeiten, die den Flug via Island zu einer interessanten Alternative machen.

Baden bei kalten Temperaturen

Andererseits kann man die Insel auch zu einem interessanten Stopover machen. „Da kann man richtig was erleben“, berichtet Thomas Brandmöller, der als Geschäftsreisender regelmäßig diese Route fliegt. „Zum Beispiel beim Baden in der Bláa Lonið, zu deutsch die Blaue Lagune. Bei kalten Temperaturen ist das besonders aufregend!“

Die Blaue Lagune ist eine Lavasenke und mit zwei Dritteln Salzwasser und einem Drittel Süßwasser gefüllt. „Das Wasser hat eine Temperatur von etwa 37 bis 42 Grad Celsius und während der Körper warm war, pfiff um uns herum ein heftiger Wintersturm – ein unvergessliches Erlebnis“, berichtet er.

Der See hat eine Fläche von etwa 5.000 Quadratmetern und enthält Algen, Mineralsalze und vor allem Kieselerde, die die blaue Farbe, die dem See den Namen gab, erzeugt. „Völlig entspannt setzte ich nach einem eintägigen Zwischenstopp meine Reise in die USA fort“, schwärmt der Geschäftsmann.

Bis zu sieben Tage

Ein Stopover kann bis zu sieben Tage ausgedehnt werden, um die vielen Sehenswürdigkeiten Islands zu entdecken, die nicht nur aus der Blauen Lagune bestehen, sondern auch aus der für westeuropäische Verhältnisse beschaulichen Hauptstadt Reykjavik, die jedoch immer wieder für Überraschungen gut ist.

Durch die Nähe zum Polarkreis sind lange Winternächte ebenso typisch für die Vulkaninsel wie nicht enden wollende Sommertage. Während im Sommer die Sonne bis zu 24 Stunden lang scheint, zaubern in den Wintermonaten die Nordlichter Farbenspiele an den tiefschwarzen Nachthimmel.