Ein Meeting in München, den nächsten Tag in Frankfurt, nicht selten wird automatisch ein Flug gebucht, statt über Alternativen nachzudenken. Um eingefahrene Verhaltensweisen zu ändern, sollte zunächst das Reisemanagement effizienter gemacht werden. Denn Geschäftsreisen stellen einen erheblichen Anteil des Reiseaufkommens dar.

Anhand der Fakten wird deutlich, welche Rolle sie für den Straßen- und Luftverkehr spielen: Allein im Jahr 2008 wurden über 160 Millionen Geschäftsreisen von in Deutschland ansässigen Unternehmen und Organisationen des öffentlichen Sektors durchgeführt (nur Betriebe mit mehr als zehn Mitarbeitern).

Folgen für die Umwelt sowie Staus bleiben nicht aus. Dabei spricht vieles für ein verändertes Reisemanagement der Unternehmen: Klimaschutz, Verkehrssicherheit, hohe Spritpreise, die Diskussion um eine Kerosinsteuer oder die geplante Umstellung der Kfz-Steuer auf CO2-Basis. Doch auch schon folgende Tipps können helfen, das Reisemanagement von Unternehmen effizienter und umweltverträglicher zu gestalten.

„Für Strecken, die häufig zurückgelegt werden, lohnt sich also in jedem Fall der Verkehrsmittelvergleich vorab.“

Reisen bündeln    

Durch Reiseroutenoptimierung, Zusammenlegung von Terminen und Bildung von Fahrgemeinschaften lässt sich ebenfalls das Reisebudget verringern. Die eingesparten Personenkilometer kommen dem Klima zugute. Eine einfache Idee, die in der Praxis oft an organisatorischen Gründen scheitert. Prüfen Sie daher, ob Ihr Reisemanagement ein abteilungsübergreifendes Pre-Trip-Reporting ermöglicht.

Passende Verkehrsmittel wählen

Innerhalb Deutschlands werden über 75 Prozent der für Geschäftsreisen zurückgelegten Kilometer mit dem Auto gefahren. Nicht unbeliebt ist auch die Buchung eines Fluges, mit der Annahme, dass dieser besonders schnell und kostengünstig sei.

Doch Auto und Flugzeug schneiden auf vielen Strecken nicht nur aus Klima-, sondern auch aus Kostengründen wesentlich schlechter ab als die Bahn. Der innerdeutsche Flugverkehr ist gut viermal klimaschädlicher als die Bahn. Zudem hat der Verkehrsclub Deutschland (VCD) jüngst die Preise von Flug- und Bahnreisen auf zehn innerdeutschen Strecken verglichen und insgesamt 270 Verbindungen unter die Lupe genommen.

Mit dem Fazit: die Bahn ist in 91,5 Prozent aller Fälle günstiger – und das ohne Einrechnung von BahnCard-Rabatten. Hinzu kommt der Klimaaspekt. Laut Bundesregierung ist der Energieverbrauch pro Person pro Kilometer bei Kurz- und Mittelstreckenflügen bis 500 Kilometer 4,4-mal so hoch wie bei einer Fahrt mit der Bahn.

Weitere Vorteile der Bahn

Umweltpolitisch ist die Bahn dem Flugzeug also immer vorzuziehen. Doch neben der deutlich besseren Klimabilanz bietet die Bahn noch weitere Vorteile:

  • meist zentrale Lage der Bahnhöfe,
  • Bewegungsfreiheit im Zug
  • sowie die Möglichkeit zu telefonieren
  • und einen Internetzugang nutzen zu können.

Für Strecken, die häufig zurückgelegt werden, lohnt sich also in jedem Fall der Verkehrsmittelvergleich vorab. Für kurze Strecken bis zu fünf Kilometern wiederum ist das Rad oft die schnellste Alternative. Bei null CO2-Emissionen ist das Fahrrad zudem deutlich günstiger als ein Taxi oder der Dienstwagen.

Eine ganz neue attraktive Variante ist auch das E-Bike. Schnell und gesund lässt sich der Weg mit den Rädern mit eingebautem Rückenwind meistern. Weitere Informationen dazu finden Sie übrigens auf der VCD-Homepage und unter www.e-radkaufen.de.

Flottenmanagement

Ermitteln Sie auch den Verbrauch Ihrer gesamten Flottenfahrzeuge, prüfen Sie die mögliche Umrüstung der Flotte auf verbrauchsärmere Fahrzeuge beziehungsweise die Option Business Carsharing und Informieren Sie Ihre auch Mitarbeiter über Spritspartipps und bieten Fahrtrainings zum Spritsparen an.