Über zehn Millionen Angestellte deutscher Unternehmen gingen im vergangenen Jahr auf Geschäftsreise. Das belegt die aktuelle VDR-Geschäftsreiseanalyse 2015. Viele der Mitarbeiter sind dabei mehrere Tage oder sogar Wochen für ihre Unternehmen unterwegs, dem Arbeitgeber kommt damit also eine ganz besondere Fürsorgepflicht für seine Mitarbeiter zu. Das fängt beim Thema Datensicherheit an und hört bei der Absicherung von Mitarbeitern im Ausland oder in Krisengebieten auf.

Das Travel Management ist gefragt, individuelle Lösungen zu schaffen.

Dabei ist es besonders wichtig, dass sich Mitarbeiter und Travel Management im Unternehmen aufeinander verlassen können. Es nützt weder dem Mitarbeiter, wenn Reiserichtlinien ihn so in seiner persönlichen Freiheit einschränken, dass er auf eigene Faust seine Reisen plant; noch dem Unternehmen, wenn es irgendwann nicht mehr nachvollziehen kann, wo genau sich der Mitarbeiter gerade befindet.

Grundsätzlich kann man also bei beiden Seiten von einer Bringschuld sprechen. Arbeitnehmer sollten die Angebote nutzen, die Ihnen das Travel Management oder die Personalabteilung zur Verfügung stellen, zum Beispiel wenn es um Sicherheitsschulungen oder spezielle Kurse zum Thema Datenschutz geht. Und die Travel Manager sind sicher nicht schlecht beraten, sich den einzelnen Reisenden und seine individuellen Bedürfnisse einmal näher anzuschauen. 

Dem voran geht vor allem eins: Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein auf beiden Seiten. Das gilt sowohl für nationale wie auch für internationale Reisen.

Ein Punkt, der mir beim Thema Gesundheit und Absicherung aber noch besonders am Herzen liegt, ist der Punkt Demografie. Unsere gesellschaftliche Struktur befindet sich mehr denn je im Wandel, eine kleiner werdende Menge von Nachwuchskräften trifft auf Kollegen im mittleren und hohen Alter.

Ebenso unterschiedlich wie die Ansprüche an Arbeitszeiten, Pausen-  und Urlaubszeiten ist auch die Einstellung gegenüber Geschäftsreisen als solches. Der eine Mitarbeiter ist beim Thema Geschäftsreisen Feuer und Flamme und ist gerne auch mal die ganze Woche oder sogar mehrere Monate unterwegs.

Für den anderen wird es hingegen schon schwierig, wenn eine Übernachtung ansteht, Kinder oder zu pflegende Eltern da sind oder der Mitarbeiter prinzipiell von seinen Gewohnheiten her nicht so der „Reise-Typ“ ist.

Meiner Ansicht nach ist das Unternehmen beziehungsweise das Travel Management gefragt, individuelle Lösungen zu schaffen. Das bedeutet nicht, dass beispielsweise für ältere Mitarbeiter prinzipiell Mehrkosten durch andere Buchungsklassen in Kauf genommen werden oder jüngere Mitarbeiter eher zur Nutzung von Share Economy Angeboten motiviert werden.

Tendenziell erkennen wir als Geschäftsreiseverband jedoch in den letzten Jahren, dass es den Reisenden immer mehr darauf ankommt, dass den eigenen Anforderungen Rechnung getragen wird.

Nicht jedem Mitarbeiter machen sie eine Freude, wenn sie ihn mit dem Firmenwagen auf Dienstreise schicken. Entspannter, nachhaltiger und letztlich - im Hinblick auf zu erledigende Arbeit - effektiver reist es sich meist mit der Bahn. Noch dazu kommt beim Thema Gesundheit und Absicherung auch die zusätzliche Belastung, wenn der Mitarbeiter selbst am Steuer sitzt.

Das alles sind Aspekte, die wir in unserer schnelllebigen und leistungsorientierten Zeit auch beim Thema Geschäftsreisen nicht außer Acht lassen sollten. Gesundheit ist unser höchstes Gut,  sie abzusichern sollte deshalb nicht nur im Interesse des Einzelnen sondern auch in der Verantwortung der Unternehmen und letztlich unserer Gesellschaft liegen.