In der Bauwirtschaft ist und bleibt der Bedarf an Fachkräften weiterhin hoch. Die altersbedingten Abgänge übersteigen schon seit geraumer Zeit deutlich die Zugänge an Nachwuchskräften. Die Bauwirtschaft gehört bereits heute zu den Wirtschaftszweigen mit dem höchsten Anteil nichtbesetzter Fachkräftestellen.

Der demographische Wandel wird den Fachkräfteengpass in den nächsten Jahren zunehmend verschärfen. Hinzu kommt, dass viele Bauunternehmen zwar gerne ausbilden möchten, aber für die angebotenen Ausbildungsstellen keine ausreichende Nachfrage besteht. Im Jahr 2015 konnte deshalb nur ein Drittel der angebotenen Ausbildungsplätze in der Bauwirtschaft besetzt werden.

Ähnlich schlimm sieht es im akademischen Bereich aus: 4500 Bauingenieure werden pro Jahr benötigt, aber nur rund 3000 stehen zur Verfügung. Erfreulicher ist die Entwicklung des Dualen Studiums in der Bauwirtschaft. Eine kürzlich von der BVMB bei ihren Mitgliedern durchgeführte Umfrage belegt, dass immer mehr Bauunternehmen bereit oder interessiert sind, Dual Studierende auszubilden beziehungsweise zu beschäftigen.

Es gilt, in der Öffentlichkeit das Image deutlich und nachhaltig zu verbessern.

Ein Teil des Fachkräftemangels geht auch auf das Konto des schlechten Rufs der Bauwirtschaft. Hiergegen muss die Bauwirtschaft etwas tun. Das hat sie erkannt und in den vergangenen Jahren etliche Bemühungen angestellt. Aber sie muss noch mehr Anstrengungen unternehmen.

Es reicht nicht aus, wenn nur eine kleine Minderheit weiß, dass die Bauwirtschaft einzigartige, energieeffiziente und nachhaltige Unikate schafft, gute Qualität in vorgegebenen Bauzeiten liefern kann oder die Mitarbeiter bestens geschult und hochmotiviert sind. Es gilt, in der Öffentlichkeit das Image deutlich und nachhaltig zu verbessern.

Es ist bedauernswert, dass für die meisten jungen Leute eine Ausbildung in einem Bauberuf im ersten Moment weder interessant noch cool oder sexy klingt. Doch wer genauer hinsieht, der wird feststellen, dass ein Job in der Bauwirtschaft mit fast 40 verschiedenen Berufen sehr viel Positives bietet: Zukunft und Sicherheit sowie sehr gute Verdienstmöglichkeiten und beste Aufstiegschancen.