Es  sind viel­mehr mehrere Ursachen, die ineinander greifen, aufeinander aufbauen und schließ­lich zum Marktaustritt führen. So wurde möglicherweise die Geschäftsidee nicht genügend auf Zukunftstauglichkeit geprüft oder die unternehmerische Kompetenz des Gründers reicht nicht aus. Mal wurden die Möglichkeiten der Finanzierung nicht hinreichend geprüft oder Probleme aus unvorhergesehenen Ereignissen können nicht bewältigt werden.

Trotz der Komplexität dieser Ursachenbündel lässt sich eine Rangfolge der Auslöser für einen Marktaustritt identifizieren:

  • Unterkapitalisierung zum Start der operativen Geschäftstätigkeit
  • Fehler bei Konzeptentwicklung und strategischer Ausrichtung
  • Mängel bei Auswahl und Einschätzung von Absatz-/Faktormärkten
  • Externe Ursachen, wie Forderungsausfälle, Preissteigerungen usw.

Parolen und Vorurteile, wie „ …30% aller Existenzgründungen überleben die ersten 36 Monate eh nicht...“, sind bei dieser Betrachtung wenig zielführend, wobei man fairerweise sagen muss, dass viele Gründungen bei genauerer Prüfung niemals hätten stattfinden dürfen.

Eine differentzierte Herangehensweise zeigt, dass nicht jeder Marktaustritt für den Kapitalgeber mit Ausfallrisiken verbunden sein muss und mit dem Ausfall von Forderungen gleichzusetzen ist. Ein weitverbreitetes Vorurteil. Marktaustritte aus persönlichen Gründen ohne Insolvenzverfahren machen fast die Hälfte (42%) aller Fälle aus, so eine repräsentativen Studie des ZEW.

73 Prozent der Unternehmen aus dieser Gruppe haben die Gewinnzone erreicht. Der größte Anteil der Marktaustritte mündet von der Selbstständigkeit in ein Angestelltenverhältnis gefolgt von familiären oder gesundheitlichen Gründen des Marktaustritts.

Banken schätzen Neugründungen grundsätzlich als risikoreich ein. Es fehlen historische Daten und die Bereitschaft, das klassische Kreditrating für Gründungen um eine fundierte Bewertung von qualitativen Erfolgsfaktoren zu ergänzen.

Der Deutsche Gründerverband hat deshalb ein Konzept- und Bonitätsrating entwickelt, mit dem alle qualitativen und quantitativen Erfolgfaktoren analysiert und bewertet werden. So können plausible Aussagen sowohl über die Erfolgswahrscheinlichkeit als auch über das Ausfallrisiko getroffen werden.

Gesetzt den Fall, die Hausbank realisisert die Gründungsfinanzierung, droht meist schon das nächste und größte Risiko: die Unterkapitalisierung. Wie die KfW festgestellt hat, blieb nur bei 28% der Gründungen der tatsächliche Finanzierungsbedarf in den Grenzen des Businessplanes.

Der Deutsche Gründerverband stellt immer wieder fest, dass die Personen, Institutionen und Organisationen, die die Angst vor der Selbstständigkeit und das Scheitern der Jungunternehmer anprangern, mit ihren Prozessen häufig selbst Stolpersteine in den Weg legen. Am besten hilft hier eine gute Vorbereitung mit kompetenten Wegweisern.