Herr Enders, Sie sind Vorstandsmitglied des Deutschen Franchise Verbandes. Für wen eignet sich Ihrer Meinung nach die Existenzgründung im Rahmen eines Franchise-Programmes?

Wer sich für eine Existenzgründung entscheidet, benötigt zunächst eine gute Geschäftsidee sowie die Bereitschaft, ein finanzielles Risiko einzugehen, Planungsfehler zu machen und bürokratische Hürden zu nehmen. Die Selbstständigkeit innerhalb des Franchising minimiert die Risiken einer Existenzgründung erheblich, weil die Pionierarbeit dafür bereits vom Franchisegeber geleistet wurde.

Ein Franchisenehmer übernimmt von ihm ein markterprobtes Geschäftskonzept und profitiert von der Strahlkraft einer renommierten Marke. Für Existenzgründer, die ein hohes Maß an Engagement und Identifikation in ihr Unternehmen einbringen möchten und sich zugleich einen starken Partner an ihrer Seite wünschen, mit dessen Unterstützung und Know-how sie nicht bei null anfangen müssen, ist Franchising genau das Richtige.

Welche Vorteile haben Gründungswillige in Deutschland, wenn sie sich entscheiden, Franchisenehmer zu werden?

Für ein Franchise-System sprechen zahlreiche Vorteile. Einzelkämpfer müssen sich mit vielen Dingen beschäftigen, die nichts mit ihrem operativen Tagesgeschäft zu tun haben. Ein Franchisenehmer bekommt Marketing-Instrumente, IT-Produkte, Marktforschung und Plattformen für den Austausch zur Verfügung gestellt, die über lange Zeit erprobt und weiterentwickelt wurden. So kann er sich voll und ganz auf den Vertrieb und seine Kunden konzentrieren.

Zudem kommt ihm das gewachsene Wissen zugute, das ein seriöses Franchiseunternehmen kontinuierlich schult und innerhalb seines Netzwerks weitergibt. Ein weiterer angenehmer Nebeneffekt eines Franchisenetzwerks ist auch die Kostenersparnis durch Einkaufskooperationen, zum Beispiel für die Büroausstattung und Marketingartikel.

Worauf sollten Gründungswillige bei der Auswahl des geeigneten Franchise-Gebers denn achten?

Das wichtigste Kriterium bei der Auswahl eines Franchisegebers ist sein bewährtes Geschäftsmodell. Idealerweise ist der Franchisegeber Vollmitglied im Deutschen Franchise-Verband und hat dessen System-Check durchgeführt und bestanden. Dann kann sich der Interessent sicher sein, dass es sich um ein erfolgreiches und faires Franchise-System handelt.

Ein guter Franchisegeber tut sehr viel für das Image und den Aufbau seiner Marke und ist für die Weiterentwicklung, Vermarktung und Kontrolle seines Geschäftskonzeptes sowie für den Wissenstransfer verantwortlich. Es ist sinnvoll, hierüber auch mit anderen Franchisenehmern des Netzwerks zu sprechen und nach ihren Erfahrungen zu fragen, beispielsweise wie der Franchisegeber sie mit den für ihren Erfolg relevanten Dienstleistungen und Instrumenten, dem Know-how und einer professionellen Betreuungsstruktur versorgt.

Welche Hilfestellungen bietet der Deutsche Franchise-Verband Gründungswilligen ganz konkret?

Der Deutsche Franchise-Verband bietet Existenzgründern eine kompetente Erstberatung und unterstützt sie beispielsweise durch verbesserte Finanzierungsmöglichkeiten für Franchisenehmer. So ermöglichen Geldinstitute dank des DFV-Qualitätsmanagements unkomplizierte Kreditvergaben.

Zudem bestehen Partnerschaften mit Banken, die Vollmitglieder mit DFV-System-Check bei Finanzierungen vorziehen. Darüber hinaus bietet der DFV Franchisenehmern eine einzigartige Plattform für den Austausch und sorgt in praxisnahen Schulungen und Seminaren für eine zusätzliche Wissensvermittlung.

Als Interessenvertretung schafft der Deutsche Franchise-Verband zudem einen hohen Qualitätsstandard innerhalb der Franchisewirtschaft und sorgt dafür, dass das Thema positiv von der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Diese Wahrnehmung trägt nicht nur dazu bei, dass sich Menschen mit Franchising selbstständig machen, sondern auch, dass sie in einem Franchiseunternehmen arbeiten oder dessen Produkte und Dienstleistungen in Anspruch nehmen möchten.