Damit Start-ups sich am Markt durchsetzen und nachhaltig etablieren können, benötigen die meist noch jungen Unternehmer in vielfacher Hinsicht Unterstützung.

Doch: Die Bundesrepublik ist in Sachen Gründungen ein Entwicklungsland. So hat sich die Zahl der Vollerwerbsgründungen in den vergangenen zehn Jahren deutschlandweit halbiert. Diesen Trend müssen wir stoppen, um uns nicht abhängig von ausländischen Unternehmen oder Konzernpolitik zu machen.

Die Voraussetzungen sind trotz der oben genannten Statistik besser denn je. Man muss auch heute nicht mehr Alleskönner oder BWL-Student sein, um erfolgreich ein Unternehmen zu gründen. In der heutigen Dienstleistungsgesellschaft lassen sich bürokratische Themen wie Buchhaltung, Website, Lohnabrechnung et cetera an Dienstleister professionell und günstig auslagern.

Der Schritt in die Selbstständigkeit ist somit nicht mehr so kompliziert und kostspielig, wie es früher einmal war. Mit den richtigen Strategien ist dann der erste Kunde auch nicht mehr weit.

Unternehmergeist steckt in fast allen von uns. Die Idee oder einen geheimen Wunsch für ein eigenes Geschäft hegen viele. Häufig fehlt aber das Know-how, um eine eventuell glorreiche Geschäftsidee umzusetzen. Oder es mangelt an Mut, kompetenter Unterstützung oder an den Finanzen, den entscheidenden Schritt nach vorne zu gehen und Nägel mit Köpfen zu machen.

Dieser Mut, unbedingte Entschlossenheit sowie der Glaube an sich selbst und seine Fähigkeiten sind es, die eine Unternehmerin oder einen Unternehmer kennzeichnen. Aber man braucht auch einen steten Austausch von Erfahrung und Kompetenzen – also ein Netzwerk, das bei den heutigen Angeboten schnell aufgebaut ist.

Wenn man diese Bedingungen erarbeitet hat, birgt Selbstständigkeit, wenn man sie verantwortungsvoll angeht, weit mehr Chancen als Risiken. Ich hatte mir im Vorhinein nicht vorstellen können, dass die Selbstständigkeit mit so viel Arbeit zu tun hat; ich hätte mir aber auch nicht vorstellen können, so viel Spaß und Erfüllung dabei zu empfinden!

Schon daher sollten sich angehende Gründer nicht von Hindernissen abschrecken lassen, erst recht nicht, wenn sie von Politikern aufgestellt werden. Vor allem ein Punkt erschwert es jungen Menschen, sich etwas Eigenes aufzubauen, wie eine Gründer-Umfrage unseres Verbandes, DIE JUNGEN UNTERNEHMER zeigt:

Gründer verlieren im Bürokratie-Dschungel zu viel Zeit mit Administration, statt sich um ihr eigentliches Geschäft zu kümmern. So beschäftigen sich 67% aller Befragten laut unserer Umfrage pro Woche mindestens fünf bis 15 Stunden mit aufwändigen Pflichtaufgaben. Bei elf Prozent sind es sogar mehr als 15 Wochenstunden. Die Gründerszene braucht daher ein Bürokratie-Schutzschild.

Unser Ansatz ist daher zum Beispiel, dass Gründer in den ersten drei Jahren die Umsatzsteuervoranmeldung nicht mehr monatlich, sondern einmal im halben Jahr abgeben sollten. Schafft die Politik Rahmenbedingungen, die die jungen Unternehmer unterstützt statt sie zu behindern, ist der Weg schneller frei für neue, innovative und international wettbewerbsfähige Unternehmen.

Wenn wir das erreichen, sind wir von einer echten Gründerrepublik nicht mehr weit entfernt. Deutschland braucht Gründer. Sie stehen wie die Familienunternehmer heute  für Wachstum und Beschäftigung von morgen. Lassen Sie uns das Zepter unserer Zukunft selbst in die Hand nehmen und gründen Sie!