Einzelpersonen können zwischen einem Einzelunternehmen und einer Kapitalgesellschaft wählen. Hier sticht die UG hervor, die bereits ab einem Euro gegründet werden kann. Jedoch ist die UG trotz Haftungsbeschränkung nicht immer die beste Wahl.

Seit 2008 gibt es sie, und für viele scheint sie die perfekte Rechtsform zu sein: die haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft, kurz UG. Wer sich bis dahin der britischen Limited (Ltd.) bedient hat, nutzt nunmehr die UG als „kleine GmbH“, wenn er mit wenig Geld gründen will.

Vor- und Nachteile der UG

Die UG ist in vielen Fällen vorteilhaft:

  • Wer die Haftung beschränken möchte, jedoch wenig Eigenkapital aufbringen kann, für den ist die UG die beste Alternative.
  • UG-Gründer können einfacher Kapitalgeber aufnehmen. Oftmals investieren sogenannte „Business Angels“ nur in Kapitalgesellschaften.
  • Durch die Möglichkeit eines vereinfachten Gründungsverfahrens mit Musterprotokoll, Gesellschaftsvertrag, Geschäftsführerbestellung und Gesellschafterliste punktet die UG gegenüber der GmbH mit Gebühren- und Zeitvorteilen.

Wer eine UG hat, kann bei Erreichen des Stammkapitals von 25.000 Euro mit geringem Aufwand in eine GmbH übergehen. Aus diesem Grund eignet sich die UG hervorragend als „Übergangsrechtsform“ auf dem Weg in die GmbH.

Es gibt aber auch einige Punkte, die gegen die UG als Kapitalgesellschaft sprechen:

  • Viele Geld- und Auftraggeber vertrauen einer UG weniger als einer GmbH oder einem Einzelunternehmen. Denn eine UG verspricht kaum Sicherheiten.
  • Der UG-Inhaber kann über Gewinne nicht frei verfügen. Bis zum Erreichen des 25.000 Euro hohen Stammkapitals muss er mit 25 Prozent des Gewinns Rücklagen bilden.
  • Privatentnahmen gibt es bei einer UG nicht – Gewinne müssen per Gesellschafterbeschluss ausgeschüttet werden.
  • Einzelunternehmer haben weniger administrativen Aufwand, sei es bei der Gründung oder beim laufenden Betrieb.

Für wen lohnt sich die UG?

Das Einzelunternehmen ist oft die bessere Wahl. Denn Einzelunternehmer sind oftmals nicht bilanzierungspflichtig. Sie müssen meist auch weniger steuerliche Pflichten erfüllen. Über Gewinne kann der Einzelunternehmer frei verfügen.

In der Regel lohnt sich eine UG für Unternehmer, die ein Interesse an der Aufnahme von Kapitalgebern haben und die Geschäfte mit Haftungsrisiko tätigen. Wer fest einplant, in den nächsten drei Jahren eine GmbH zu gründen, sollte eine UG als Übergangsform zur GmbH dem Einzelunternehmen vorziehen.