Mit Lieferanten verhandeln, mit Kunden diskutieren, mit dem Vermieter gesprochen haben? Zeit!

Von der Geschäftsidee bis zum Start in die Selbstständigkeit brauchen Gründer nicht selten bis zu neun Monate, eine lange Zeit, in der viel passieren kann. Wenige Lieferanten, Kunden, Vermieter haben so viel Geduld.
Der Deutsche Gründerverband hat die wesentlichen Faktoren, die den schnellen Start in die Selbstständigkeit verzögern, identifiziert.

Mangelnde Umsetzungskompetenz bei klassischen Gründern: Sie verstehen ihr Handwerk, ihren Markt und ihr Metier, sind jedoch mit den einzelnen Schritten der Unternehmensgründung nicht vertraut. Aber sie müssen auch keine Alleskönner sein.

Qualifikation der Berater: Das Problem des Gründers ist weniger die Menge an Informationen als deren Qualität. Die Kontaktaufnahme des Gründers zu einem kompetenten Berater ist ein wichtiger Schritt, ein Gründungsvorhaben gewissenhaft vorzubereiten. Nach wie vor endet das Beratungsangebot allerdings nach der Gründung.

Finanzierung gehört immer noch zu den Top-Ursachen, dass eine Gründung nicht stattfindet. Zu häufig werden Dauer und Aufwand der Kapitalbeschaffung unterschätzt. Hinzu kommt, dass, nach KfW-Angaben mehr als 70 Prozent der Gründer ihren Kapitalbedarf zu niedrig ansetzen.

Neben der Angst vor dem Scheitern fühlen sich Gründer überfordert, das Risiko der Unternehmensgründung adäquat einzuschätzen und entsprechend zu versichern.

Zwar gibt es jede Menge Literatur, Kurse und Beratung zum Thema Businessplanung, ein Standard fehlt jedoch. Das heißt, jeder Partner im Gründungsprozess, sei es der Kapitalgeber, die Versicherung oder der Leasinggeber, bekommt jedes Mal neue Businesspläne, die den Informationsbedürfnissen häufig nicht gerecht werden und die Entscheidungsprozesse noch einmal deutlich verzögern.

Am schwierigsten ist die Bewertung des Geschäftskonzepts. Nach wie vor spielen Bauchgefühl und individuelle Erfahrung der Gründungspartner wie Kapitalgeber bei der Bewilligung von Mitteln eine entscheidende Rolle. Gründern fehlen, im Gegensatz zu etablierten Unternehmen, naturgemäß historische Daten, auf die man sich berufen kann.

Nach intensiver Analyse dieser Faktoren hat der Deutsche Gründerverband den smartgründen®-Prozess* aufgesetzt. In diesem Prozess sind Gründer, Berater, Kapitalgeber wie Versicherungspartner von Anfang an einbezogen worden. Damit konnten Leistungspakete geschnürt werden, die den Bedürfnissen der Gründer gerecht werden. Standardisierung und Digitalisierung sorgen für die notwendige Transparenz und für Planungssicherheit im Gründungsprozess – für alle beteiligten Partner.

4 Profi-Tipps für Existenzgründer

  1. Suchen Sie sich einen Berater, der zu Ihnen passt, Ihre Schwächen ausgleicht und Sie bei den ersten Schritten in die Selbstständigkeit kompetent begleitet.
  2. Berücksichtigen Sie in Ihrer Geschäftsplanung von Anfang an die Informationsbedürfnisse potenzieller Kapitalgeber, seien es Crowdfunding-Plattformen, Banken und Förderinstitute oder Beteiligungsgesellschaften.
  3. Kalkulieren Sie Ihren Finanzbedarf plausibel und nachvollziehbar und vermeiden Sie so böse Überraschungen wenige Monate nach Ihrer Unternehmensgründung.
  4. Schätzen Sie Ihre Risiken richtig ein und beachten Sie bei der Absicherung die Bedürfnisse potenzieller Finanzpartner.

Denn: Ihre Idee ist es wert!

*Zeitlicher Ablauf des Gründungsprozesses