Herr Dümmel, Sie gelten als klassischer „Selfmademan“. Können Sie mit diesem Etikett was anfangen?

Früher war ich mal mehr „Selfmademan“ – heute habe ich ein großes Team hinter mir, und das brauche ich auch. Heute also eher „Teammademan“. Ich bin durchaus sehr stolz darauf, dass ich die Chance hatte, DS Produkte mit aufzubauen.

Welchen Anteil an Ihrer Karriere hat der persönliche Biss, die „Workaholic“-Mentalität; und wie viel liegt an den Umständen, der Unterstützung anderer?

Ich bin ja nie alleine gewesen. Ich durfte die Firma gemeinsam mit dem Gründer aufbauen und darf sie heute gemeinsam mit Dr. Hanno Hagemann leiten. Es ist sehr wichtig, sich gegenseitig gut zu ergänzen. Gute und motivierte Mitarbeiter sind schon immer mein größtes Kapital gewesen.

Als Investor ist es wichtig, dass man Partner an der Seite hat, mit denen man sich auf Augenhöhe begegnet. Ich sage immer: „Immer Glück haben, ist auch Können.“ Klar sind Umstände wichtig, aber die Frage ist doch auch immer, was man dann daraus macht.

In der „Höhle der Löwen“ investieren Sie mehr als jeder andere. Sind Sie eine „Spielernatur“, einfach nur besonders risikofreudig – oder haben Sie einfach den „besseren Riecher“?

Qualität kommt vor Quantität. Es geht nicht darum, die meisten zu haben. Sondern den Richtigen die richtige Starthilfe zu geben. Man ist nicht automatisch besser, wenn man mehr Deals macht. Produkte sind mein Leben, und bei guten Produkten kann ich einfach nicht anders: Ich muss
den Deal haben.

Ein Pitch in der Sendung dauert etwa eine Viertelstunde. Auch wenn die Gründer „in echt“ auch mal eine Stunde präsentieren – muss eine wirklich gute Geschäftsidee nicht eigentlich in drei Sätzen überzeugen?

Bei einem Produkt ja. Da es aber in der VOX-Gründershow „Die Höhle der Löwen“ nicht nur um das Produkt, sondern um eine langjährige Zusammenarbeit geht, braucht es ein paar Sätze mehr. Schließlich wird quasi eine „erste DD“ gemacht, und die muss so überzeugen, dass man sich die Hand gibt und einen Deal zusagt.

Sie sind immer sehr chic gekleidet. Gehört das in Ihren Augen dazu? Machen Sie das ganz bewusst, als eine Art Markenzeichen?

Ich musste schon früh Anzüge tragen und habe immer nach Möglichkeiten gesucht, meinen eigenen Stil einzubringen. Außerdem mag ich keine Krawatten, und mir sagte mal jemand, dass das Einstecktuch diese ersetzen würde – ob das stimmt, weiß ich bis heute nicht. Mein Plan war allerdings nie, dass ich damit ein Zeichen setze. Ich fühle mich so einfach wohl.

Sie haben inzwischen jede Menge Verträge mit Gründern, stehen in regem Kontakt mit vielen – gibt es einen gemeinsamen Nenner, eine Schnittmenge, die alle gemeinsam haben?

Leidenschaft! Sie lieben alle, was sie tun, und brennen für ihr Produkt. Das ist eine wichtige Voraussetzung für das Gründen.

Was ist in Ihren Augen das Allerwichtigste beim Gründen?

Wille, Wille, Wille und „Können kommt von wollen“. Man sollte auch ehrgeizig, risikobereit, fleißig und ein Stück weit von sich überzeugt sein.

Was hat sich in Sachen Geschäftsgründung verändert, seit Sie angefangen haben?

Die Offenheit für Gründungen und neue, junge innovative Themen wächst von Tag zu Tag mehr. Große Konzerne öffnen sich Start-ups und auch an Universitäten spielt Entrepreneurship eine immer zentralere Rolle.

Das führt dazu, dass immer mehr junge Menschen das Unternehmertum als Option in Erwägung ziehen. Das ist eine sehr positive Entwicklung. Die Grundvoraussetzungen für eine Gründung haben sich aber nicht geändert. Man braucht noch immer Leidenschaft, Mut, Disziplin und Know-how.