Wann und wie entstand die Idee zu "Soul Rebel Coaching"?

Steffi: Das hat sich im Grunde so ergeben, wir haben uns während einer Ausbildung kennengelernt und festgestellt: Wir haben beide Bock auf Workshops. (lacht) Also haben wir einen zusammen geplant und durchgeführt, und uns dabei in den verschiedenen Phasen, die sowas erfordert, total gut ergänzt. Danach dachten wir einfach „Mehr davon!“ – und dann hat sich das ziemlich organisch entwickelt. Am Anfang hießen wir auch noch anders und wollten uns nur auf Workshops konzentrieren. Mit der Zeit wurde ein umfassenderes Konzept draus, und Soul Rebel Coaching war geboren. Heute bieten wir viel mehr an als nur Workshops: Einzelcoaching, Meet-Ups, einen Haufen Inspirationen…

Carolin: Dazu kommt die persönliche Ebene, wir haben uns auch privat immer besser verstanden. Am Anfang ging es ja eigentlich nur darum, Räume für Coachings zu finden. Da haben wir uns dann andauernd getroffen, immer öfter gesprochen - und gemerkt, das passt auch so sehr gut zusammen.

Also kennt ihr euch noch gar nicht so lange?

Steffi: Nee, und ich glaube, das ist gut so. Man bringt nicht so viel Gepäck mit. Ich hatte auch schon mal eine Gründungsidee mit einer uralten Freundin, das war eine ganz andere Dynamik, da spielt einfach das Persönliche und die gemeinsame Vergangenheit eine größere Rolle.

Nehmt uns nochmal mit an den Anfang. Okay, ihr hattet „Bock“, und ihr hattet eine Idee – wie geht es dann konkret los? Was sind die ersten Schritte?

Carolin: Ich weiß nicht, ob unsere Geschichte in dem Sinne exemplarisch ist – wir sind wie gesagt wirklich einen Schritt nach dem anderen gegangen, und mit jedem Schritt ergaben sich dann die nächsten Möglichkeiten. Also wir saßen nicht eines Tages im Café und haben Konzept und Businessplan ausgearbeitet und uns vorgestellt, wo wir in fünf Jahren damit sein wollen. Die „Formalien“ haben sich jeweils aus dem ergeben, was wir gemacht haben. Ich glaube, beim Gründen kann es auch ein Hindernis darstellen, wenn man schon alles perfekt auf dem Tisch haben will, bevor es überhaupt losgeht. Ich brauche einen Namen, ich brauche eine Domain, ich brauche erstmal dies und dann noch das, das kann schnell überwältigend wirken. Wir haben bis heute keine Visitenkarten, aber trotzdem schon viele Leute getroffen.

Steffi: Das war jedenfalls für uns der richtige Weg. Wir wollten auch beide nicht so einen harten „Cut“, nach dem Motto „Ab morgen sind wir Geschäftsleute“. Das hängt natürlich auch vom Typ Mensch ab, genauso wie von Geschäftsmodell und Branche; aber ich denke im Prinzip ist es gut, offen zu sein für eine organische Entwicklung.  Keine Idee ist nach drei Jahren Praxis noch genau die gleiche Idee - Sachen passieren, Dinge verändern sich, neue Chancen ergeben sich. Man kann ja erstmal mit Freunden über eine Idee reden und schauen, wie was ankommt, wie man sich in der Rolle der „Unternehmerin“ fühlt, wo vielleicht das Konzept gar nicht so hinhaut, wie man sich das vorgestellt hat. Einfach viele kleine „Reality-Checks“ machen, bevor es „ernst“ wird. Ist auf jeden Fall besser, als völlig unbeirrbar zu denken, man hat die Hammer-Idee und das klappt auf jeden Fall. Dazu spielen einfach zu viele Faktoren eine Rolle. Wenn ich ein Restaurant haben möchte, warum nicht erstmal Leute zum Essen einladen?

Ist zu zweit gründen also immer besser als alleine?

Carolin: In der Praxis finde ich schon: Man hat einfach jemanden, der genau in der gleichen Situation ist. Aber es ist wichtig, dass man es im Prinzip auch alleine machen würde; dass das Ganze nicht darauf aufbaut und nur davon abhängt, dass jemand anders mitmacht.

Steffi: Es ist schon ein Riesenvorteil, wenn man nicht alles alleine machen, auf alles alleine reagieren muss – und wenn man dann noch den gleichen Humor hat (lacht). Es gab auch Situationen, in denen ich vielleicht frustriert hingeschmissen hätte, wenn da niemand gewesen wäre, mit dem ich das relativieren konnte. Außerdem ist klar, vier Augen sehen mehr als zwei, weil man eben unterschiedliche Stärken und Herangehensweisen hat. Der eine denkt eher groß, der andere eher realistisch. Jedes Unternehmen braucht beides, die Vision und den Pragmatismus. Man lernt voneinander, man motiviert sich gegenseitig. Und es macht mehr Spaß!

Carolin: In unserem Fall spielt auch noch eine Rolle, dass wir zwei junge Frauen sind – Stichwort Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Wir beide wollen beides, das war von Anfang an klar. Das ist dann schon was ganz anderes, als wenn man alleine gründet und schwanger wird, oder in einem Unternehmen Karriere machen will. Dazu kommt in unserem Fall, dass unser „Business“ ja zum Teil genau daraus besteht, Leuten dabei zu helfen, sich dieser Sachen bewusst zu werden.

Was sollte jemand mitbringen, der sich für Coaching interessiert?

Steffi: Man muss sich für Menschen interessieren – und das heißt eben auch, für sich selbst. Ich glaube es geht nach hinten los, wenn man da mit eigenen, ungeklärten Projektionen rangeht und dann anderen erklären will, wie es läuft. Man muss bereit sein, sich ständig zu reflektieren. Wir lernen die ganze Zeit dazu, das hört nie auf. (lacht) Genauso wichtig ist eine professionelle Herangehensweise. Das Coachen selbst ist das Eine – sich als Coaching Unternehmen zu etablieren, ist nochmal etwas ganz anderes. Diese Balance ist in unserer Branche insofern vielleicht sogar etwas schwieriger zu finden, gerade weil es um Menschen geht, um Empathie, um Perspektiven. Unsere Klienten sind ja Menschen wie wir, unser Job ist es auch, sie gut zu verstehen, uns in ihre Lage zu versetzen. Aber es sind eben auch unsere Klienten, denen wir etwas anbieten und verkaufen; genau wie jedes andere Unternehmen.

Carolin: Wir haben auch festgestellt, dass es sehr von Vorteil ist, eine „solide“ Ausbildung abgeschlossen zu haben, bevor man mit dem Coaching anfängt. Es gibt so eine Strömung nach dem Motto „Ich hab auch schon was erlebt, ich glaub ich werde Coach“. Man sollte schon etwas konkreter qualifiziert sein! Einfach nur so aus lauter Lebenserfahrung sich hinzustellen reicht nicht, um anderen wirklich helfen zu können.