Und die deutsche Franchise-Wirtschaft boomt: 2011 gab es 496.300 Beschäftigte, 66.900 selbstständige Unternehmer, rund 1.000 Franchise-Geber und einen Gesamt-Umsatz von 60,4 Milliarden Euro. Das bedeutet eine Umsatzsteigerung von 9,6 Prozent. 

Torben L. Brodersen, Geschäftsführer des Deutschen Franchise-Verbandes e.V. (DFV), zeigt sich zufrieden: „In allen Bereichen konnte die Franchise-Wirtschaft zulegen, besonders positiv sind dabei die Zahlen für den Arbeitsmarkt mit etwa 33.000 neuen Beschäftigten.“ Damit ist das Franchising in Deutschland ein wahrer Job-Motor!

Mit Blick auf die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen wächst die Erkenntnis, wie vorteilhaft Kooperationen und Netzwerke sind. Denn durch die Arbeitsteilung können viele neue Synergien gewonnen werden

Franchising für Existenzgründer

Für Existenzgründer ist Franchising eine attraktive Möglichkeit für den Weg in die Selbständigkeit. Einerseits aufgrund der Vielschichtigkeit, da es Konzepte im Handel, in der Gastronomie, im Dienstleistungssektor und im Handwerk gibt und andererseits wegen der Stabilität des Franchisings. Brodersen: „Die Zugehörigkeit zu einem solchen Netzwerk wird immer attraktiver, da Franchise oftmals als ‚clevere Form‘ der Existenzgründung angesehen wird.“

  • Der große Vorteil des Franchisings liegt in der Synergie der Franchise-Partner. Doch natürlich gibt es noch viele weitere, wie:
  • Die Arbeitsteilung zwischen Franchise-Nehmer und Franchise-Geber. 
  • Der Markteintritt wird für den Franchise-Nehmer beschleunigt, weil das System bekannt und etabliert ist. Der Franchise-Nehmer fängt nicht beim „Nullpunkt“ an.
  • Der Franchise-Nehmer ist ein rechtlich selbständiger Unternehmer. 
  • Der Franchise-Geber stellt sein getestetes und ganzheitliches Geschäfts-Konzept sowie seine Organisations- und Erfolgsinstrumente zur Verfügung. Hinzu kommen wichtige immaterielle Werte, wie Vorteile in Marketing, Know-how, Wettbewerb, Produktivität, Kompetenz und Organisation.
  • Der Franchise-Nehmer wird durch die Unterstützung des Franchise-Gebers entlastet und kann sich auf seine Kernkompetenzen Vertrieb, Kundenbetreuung und Kundenbindung konzentrieren. 
  • Der Franchise-Nehmer hat in der Regel Gebietsschutz. 
  • Die Quote von gescheiterten Franchisenehmern ist vergleichsweise gering. 
  • Der Franchise-Geber arbeitet kontinuierlich an der Weiterentwicklung des Konzeptes, um Franchise-Nehmer und Kunden langfristig zufriedenzustellen und nachhaltigen Nutzen zu bieten. 
  • Die Kreditwürdigkeit bei Banken ist in der Regel höher. 
  • Der Franchise-Nehmer profitiert von Einkaufsvorteilen des Franchise-Gebers. 
  • Wie bei jedem Geschäftsmodell gilt es auch im Franchising Aspekte zu beachten: 
  • Der Franchise-Nehmer konzentriert sich auf Verkauf, Kundenbindung und Mitarbeiterführung. Der unternehmerische Gestaltungsspielraum ist eingeschränkter. 
  • Der Franchise-Nehmer arbeitet als ein Partner von vielen an der Weiterentwicklung des Konzeptes mit. Er hat geringeren Einfluss auf die Gesamt-Strategie. 
  • Der Franchise-Nehmer muss nach Ablauf des Franchise-Vertrages (in der Regel nach 10 – 15 Jahren) die Fortführung seines Betriebes mit dem Franchise-Geber neu verhandeln. 

Dennoch überwiegen die Vorteile: Franchising ist ein erfolgsversprechendes Geschäftsmodell der Zukunft. Doch auch für bestehende Unternehmen wird Franchising immer attraktiver. Torben L. Brodersen: Mit Blick auf die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen wächst die Erkenntnis, wie vorteilhaft Kooperationen und Netzwerke sind. Denn durch die Arbeitsteilung können viele neue Synergien gewonnen werden.