„Wohnen bei Freunden, leben im Hotel. Wer hier eincheckt, ist Besucher und Besuchter, Gast und Gastgeber, Bewunderer und Bewunderter in einem. Die Mischung aus Budgethotel und Hostel, maßgeschneidert auf eine Zielgruppe: ein junggebliebenes Publikum mit großer Reiselust, die nicht 08/15 wohnen möchten.

Professioneller Service in legerem Umfeld, Schlafgelegenheiten in innovativem Design ohne unnötigen Schnickschnack, kostenfreies WLAN, Flatscreen-TVs, ein junges, vielleicht etwas verrücktes Team sowie eine Lounge, in der immer was los ist. Das war vor fünf Jahren unsere Idee“, erzählen Jörn Hoppe und Kai Hollmann.

Und dank eines Teams aus Architekten, dem Design-Team Dreimeta aus Augsburg und viel Fleißarbeit wurde diese auch in kurzer Zeit realisiert. „Uns wurde eine Investitionssumme von vier Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Genug Geld, um unsere Träume zu verwirklichen“, so Jörn Hoppe.

Wie bei jeder Neugründung gab es natürlich auch beim Team der Superbude nicht nur Höhen. Besonders die erdachten Selbstservice-Leistungen mussten den Gästen so erläutert werden, dass ein Verständnis für das Konzept und das Preis–Leistungs-Verhältnis entsteht. Hoppe: „So bitten wir die Gäste beispielsweise, das Frühstücksgeschirr nach dem Verzehr selbst in Abräumstationen zu verstauen, geben aber dafür die Möglichkeit, von 07.00 bis 12.00 Uhr zu frühstücken.“ 

Besonderes Interieur 

Die Designidee, Materialien und Dinge sinnentfremdet zu verarbeiten und dabei spielerisch einen neuen Zweck zu kreieren, kam vom Designbüro „Dreimeta“. So wurden zum Beispiel Küchenschränke aus Überseekisten gebaut und aus alten Wasserrohren sind Regale und Tische entstanden.

Am 18. April 2008 öffnete die Superbude schließlich ihre Türen für die Backpacker, jungen Geschäftsreisenden und Neugierigen dieser Welt. „Dank geschickter Marketingkampagnen, wie der ‚Jeans Spende‘.

Bei der wurden zukünftige potenzielle Gäste gebeten, ihre gebrauchten Jeans als Bezugsstoff für unsere Sofas zu spenden – im Gegenzug wurden die Gäste zur Eröffnung eingeladen und konnten dann ihre ‚alte Jeans‘ im ‚neuen Look‘ bewundern und die Superbude ausprobieren. Dies generierte wiederum Presse und innerhalb von ein paar Wochen war quasi Leben in der Bude“, erzählt Kai Hollmann.

365 Tage, 24 Stunden – und immer gut drauf

Bereits drei Jahre nach der Eröffnung wurde die Superbude St. Pauli geplant. „Diesmal hatten wir ‚nur‘ knapp 1,5 Millionen Euro zur Verfügung, mussten aber auch keine Renovierung/Sanierung des Gebäudes zahlen, da ein Projektentwickler auch gleichzeitig Vermieter der Immobilie ist. Doch die Summe, die wir für das Interior Design und Pre-Opening hatten, haben wir genutzt.

Wir haben tolle Kooperationspartner, die wir für unser Konzept begeistern konnten und die sich gerne in unserer Superbude präsentieren wollen. Eine gemeinsame Ansprache der gleichen Zielgruppen ist ein großer Teil des Marketingkonzeptes, Networking und Synergien nutzen lautet die Devise.“ Am 22. Februar 2012 öffnete diese unter dem Motto „Take a Schanze on me!“ auf St. Pauli ihre Türen. 

Rocken in St. Pauli

Neben 61 Zwei-, zwei Fünf-, 24 Vier- und einem Sechsbettzimmern lockt die Superbude St. Pauli mit ihrer weltweit sicher einzigartigen DC Rockstarsuite by EMP, mit Barkühlschrank und Couchlandschaft, Surroundsystem von Bose und Playstation bietet die Behausung Platz für sechs amtierende oder künftige Rockstars oder ihre wechselnden Begleitungen.

Geschlafen wird dabei in Reihe unterhalb der aufklappbaren Studiobühne, die nicht nur über professionelle Beleuchtungstechnik, sondern auch über eine versenkbare Leinwand für die Beamerprojektion verfügt. So wandelt sich die Suite auf Knopfdruck vom Schlafzimmer wahlweise zum Proberaum, zum Kinosaal, zu Hamburgs privatestem Club oder zur Location für Pressegespräche anlässlich von Record-Releases inklusive Live-Kostproben.

Erneut volles Haus, begeisterte Kritiken im Internet und glückliche Gäste, lassen eine weitere Expansion erhoffen. Die Macher der Superbude haben es geschafft. Diese besondere Erfolgsgeschichte zeigt: Manchmal führen auch unkonventionelle Wege zum Ziel.