Vorzugsweise als Vorständin in einem angesehenen Unternehmen. Sportlich, attraktiv und immer ein Lächeln auf den Lippen. Eine interessante und interessierte Gesprächspartnerin. Und natürlich sollte sie auch Mutter sein, oder? Am besten Mutter mehrerer perfekt geratener Kindern, die immer und überall funktionieren.

Ja, diese Superfrauen gibt es. Ja, es gehören eine fundierte Ausbildung, eine gute Organisation und der nötige Biss dazu. Aber auch dazu gehören: der richtige Partner, der passende Arbeitgeber und das Quäntchen Glück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.

Dass es diese Frauen gibt, heißt jedoch nicht, dass die Frauen, die es nicht bis in die Top-Führungsetagen oder gar die C-Lounge geschafft haben, erfolglos sind. Karriere wird zwar immer gleichgestellt mit Erfolg – Erfolg ist aber nicht immer gleich Karriere.

Laut Duden ist Erfolg „die Tatsache, dass eine Anstrengung zu einem guten Ergebnis geführt hat und Anerkennung findet“. Wer über das gute Ergebnis und die Anerkennung entscheidet, wird nicht definiert. Susanne Westphal ist Coach und Autorin zahlreicher Bücher, in denen sie sich auch mit dem Thema „Erfolg“ auseinander gesetzt hat. Ich habe sie gefragt, was Erfolg für sie bedeutet. Sie ist überzeugt: „Erfolgreich bin ich dann, wenn ich das erreicht habe, was mir wichtig ist.“ Zu Beginn eines jeden Jahres erstellt sie deshalb ihr ganz persönliches Glücksrad. Das heißt, sie stellt in einem gezeichneten Kreis alle Lebensbereiche, die zu ihrem Lebensglück wesentlich beitragen, einander gegenüber und schraffiert die Segmente nach dem jeweiligen Grad der aktuellen Zufriedenheit aus. Jedes Jahr kristallisieren sich drei Themengebiete heraus, an denen sie dann arbeitet. Ihr Ziel: Am Ende des Jahres ein ausgewogenes Rad – und ausgewogen ist es auch dann, wenn alle Lebensbereiche „nur“ zu 70 Prozent erfüllt sind. Denn „10 x 70 Prozent sind auch schon 700 Prozent“, sagt sie. „Die meisten Menschen neigen zum Perfektionismus und würdigen viel zu wenig, was sie schon haben.“

Eine berufstätige Mutter, die den Fokus auf die Familie legt und keine Karriere macht und mit ihrer Leistung sowie dem Ergebnis zufrieden ist, kann also mit Fug und Recht von sich behaupten, erfolgreich zu sein. Auch wenn das nicht immer einfach ist angesichts des stark abweichenden gesellschaftlichen Konsenses. Für alle, die damit noch ein Problem haben, gibt es aber eine gute Nachricht: Es zeichnet sich ein grundlegender Wertewandel ab. Weg von dem beruflichen „immer weiter, immer höher, immer mehr“ hin zu einem privaten „immer weiter, immer höher, immer mehr“. Spätestens wenn wir bei einer wirklich ausgewogenen Work-Life-Balance angelangt sind, wird der Begriff „Erfolg“ nicht mehr mit „Karriere“ gleichgestellt werden. Denn: Erfolg ist das, was man daraus macht!

Über die Autorin:

Nicole Beste-Fopma ist Journalistin, Autorin und Mutter von vier Kindern. 2011 gründete sie mit LOB für berufstätige Mütter und Väter das erste deutschsprachige Magazin zum Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie. www.beste-fopma.de.

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