Die erfahrene Diplomingenieurin, gelernte Kfz-Meisterin und dreifache Mutter trägt als Leiterin der Verdichter- und Fanentwicklung beim Triebwerkshersteller Rolls-Royce Deutschland die Verantwortung für die Entwicklung wichtiger Komponenten vielfach eingesetzter Flugzeugtriebwerke, die schon Millionen von Fluggästen sicher zum Ziel gebracht haben.

Was in der männergeprägten Welt der Technik, speziell in der Luftfahrt, für respektvolle Anerkennung sorgt, ist für die Ingenieurin kein Umstand, um den man Aufheben machen muss, sondern ein Selbstverständnis. „Alles eine Frage der Organisation“, winkt Barbara Blume ab. Dabei kann sie auch auf einen Arbeitgeber setzen, der durch flexible Arbeitszeitmodelle derartige Karrieren möglich macht.

Kinder und Karriere unter einem Hut

Nach der Geburt ihres ersten Kindes entschied sich Barbara Blume, genau wie viele andere auch, dem Nachwuchs viel Zeit zu widmen, wollte dabei aber auch ihre berufliche Zukunft weiterentwickeln. An der Uni musste die gelernte KFZ-Mechanikerin – im Gegensatz zu den Studienanfängern mit Abitur – sämtliche Fächer der ersten beiden Semester mit erfolgreicher Prüfung absolvieren.

„Damit habe ich die Hochschulreife nachgeholt“, berichtet die Ingenieurin. „Ich konnte mich dank meiner Ausbildung und Berufserfahrung gut organisieren. Zudem war alles, was an der Uni mit Kfz-Technik zu tun hatte, für mich als Kfz-Meisterin ein Heimspiel.

Während des Studiums bekam sie zwei weitere Kinder. Trotzdem benötigte Barbara Blume, die auch als Tutor am Institut für Konstruktionstechnik arbeitete, nur zwölf Semester bis zum Abschluss. „Mein Mann hat mich, obwohl er auch voll berufstätig ist, gut unterstützt, und wir hatten ein Aupair“, relativiert die Ingenieurin.

Kinder seien, ihrer Meinung nach, für Frauen weder berufs- noch karriereschädigend. „Nach dem Studium habe ich rund 20 Bewerbungen verschickt. Ich bekam 15 Einladungen zum Vorstellungsgespräch. Arbeitgeber wissen: Wer mit drei Kindern ein Studium erfolgreich absolviert hat, kann sich auch im Berufsleben behaupten“, erläutert Blume.

Teamfähigkeit, Fremdsprachen, Flexibilität

Auch in ihrer jetzigen Tätigkeit hat Barbara Blume noch keine negativen Erfahrungen als berufstätige Frau und Mutter in einem typischen Männerberuf gemacht. Die leidenschaftliche Motorradfahrerin ergänzt schmunzelnd: „Wer mit drei widerspenstigen Kindern klarkommt, kann auch ein Team führen und sich in Besprechungen durchsetzen.“

Für angehende Ingenieurinnen und Ingenieure hat sie ein paar Tipps parat: „Ingenieure im Bereich Maschinenbau werden immer benötigt, allerdings schwankt die Nachfrage je nach Branche. Deshalb sollte man sich nicht zu sehr auf eine Richtung festlegen, sondern ein möglichst breites Wissensspektrum abdecken. So ist man flexibel und kann auch mal in eine Richtung gehen, die man vorher gar nicht einbezogen hat.“

Auch Fremdsprachen und ein fachbezogenes Auslandspraktikum legt Ingenieurin Blume ihren künftigen Kolleginnen und Kollegen ans Herz. Ein weiteres wichtiges Kriterium: „Ingenieure in der freien Wirtschaft müssen teamfähig sein.“