Neben der klassischen Berufsausbildung und dem traditionellen Studium existiert das Studium im dualen System. Vor allem in MINT-Studiengängen ist ein derartiger Weg ideal, verbindet er doch eine akademische Ausbildung mit dem Erlernen eines Berufes.

Und diese Studiengänge erfreuen sich sowohl bei den Unternehmen, die mitmachen, als auch bei den Studierenden immer größerer Beliebtheit, was durch die Zuwächse in den vergangenen Jahren deutlich geworden ist. So erreichten zum Beispiel die allgemeinen Ingenieurwissenschaften mit einer Steigerung von 23,5 Prozent der angebotenen dualen Studiengänge den höchsten Wert aller Fachbereiche.

Überdurchschnittliche Steigerung

Überdurchschnittliche Steigerungsraten waren auch in den Bereichen Elektrotechnik, Bauingenieurwesen und Maschinenbau/Verfahrenstechnik zu verzeichnen. Inzwischen mussten sowohl Hochschulen als auch Unternehmen mit einer Steigerung des Angebotes reagieren, um so die zu erwartenden Engpässe zu beantworten.

Für Frauen scheint dieser Ausbildungsweg vor allem in den Studiengängen, die mit Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik (MINT) zusammenhängen, sehr interessant zu sein.

Eine Umfrage des bayerischen Staatsinstituts für Hochschulforschung und Hochschulplanung ergab jetzt, dass der Frauenanteil in einigen dualen MINT deutlich höher ist als in den regulären MINT-Studiengängen ohne Praxisbezug. Vor allem die Verbindung zwischen theoretischen und praktischen Inhalten im dualen Studium ist ein wichtiges Argument für Frauen in MINT-Studiengängen.

Hohe Zufriedenheit

Ein weiteres Umfrageergebnis: Die dual Studierenden sind mit ihrer dualen Ausbildung sehr zufrieden. Als besonders gut bewerten sie, dass sie trotz intensiver Praxisphasen, die regulären Semester und Prüfungen absolvieren und Lehrveranstaltungen gemeinsam mit nicht dual Studierenden besuchen können.

Außerdem sehen die Studierenden das duale Studium als ideale Vorbereitung auf ihr späteres Arbeitsleben. Dabei nennen sie als wichtigste Faktoren die soziale und berufliche Einbindung in die internen Abläufe und die Vielseitigkeit der Aufgaben.

„Vergleichen wir den Frauenanteil in einigen dualen MINT-Studienfächern mit den entsprechenden regulären Studiengängen, ist die Frauenquote deutlich höher. Durch die intensive Verflechtung von Theorie und Praxis scheinen sich immer mehr junge Frauen für ein technikorientiertes Studium zu interessieren“, erklärt Wolfgang Heubisch, bayerischer Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst.

2008 initiierte das Bundesministerium für Bildung und Forschung den MINT-Pakt, der sich zum Ziel gesetzt hat, Maßnahmen zu bündeln und neue Angebote zu schaffen, um das Interesse von jungen Frauen an Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) zu wecken.

Der Nationale Pakt für Frauen in MINT-Berufen: „Komm, mach MINT“ ist ein bundesweites Netzwerk aus Unternehmen, Verbänden, Gewerkschaften, Hochschulen, Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen, Frauen-Technik-Netzwerken und Medien.