Frau Nuscheler, erzählen Sie bitte kurz Ihren Werdegang.

Nach meinem Studium in Wirtschaftsingenieurswesen Elektro- und Informationstechnik an der FH Kempten war mein erster Arbeitgeber eine mittelständische Unternehmensberatung, mit Spezialgebiet technische Unternehmensberatung und Prozessoptimierung. Mein letztes Beratungsprojekt führte mich dabei zu einem Automobilhersteller und zu der Erkenntnis, dass mir diese Branche eine spannende Herausforderung für die Zukunft bieten kann.

Mit dem Wechsel zu MAN als Projektingenieurin in der elektronischen Entwicklung im Jahr 2010 erfüllte sich einer meiner Kindheitsträume, denn meine Leidenschaft galt seit jeher großen Maschinen. Nach drei Jahren wechselte ich in das zentrale Projektmanagement und bekam die Möglichkeit ein Großprojekt mit einem Budget im zweistelligen Millionenbereich zu leiten, mit dem Ziel, eine neue elektronische Architektur im Truck einzuführen.

Und jetzt stehe ich vor einer neuen spannenden Aufgabe: Seit Anfang März verantworte ich die Steuerung und Koordination von Kooperationsvorhaben und -projekten zwischen MAN und der Volkswagen Truck und Bus AG im Bereich Elektrik/Elektronik.

Sie wurden vor kurzem von der Großprojektleiterin zur technischen Managerin befördert.  Was waren Ihre Stärken, mit denen Sie Ihren Arbeitsgeber von sich überzeugt haben?

Mein großes Netzwerk und meine Kommunikationsfähigkeit helfen mir bei der Lösung schwieriger Aufgaben. Außerdem bin ich immer wieder für Neuerungen am Produkt zu begeistern. Mir ist es dabei besonders wichtig, immer die beste Lösung für den Kunden im Fokus zu haben.

Meinen Sie, es ist für eine Frau schwieriger in einem männerdominierten Berufsfeld zu arbeiten?

Nein und Ja! Einerseits glaube ich schon, dass mir einige Möglichkeiten eröffnet wurden, die mir als „einer von vielen“ nicht angeboten worden wären. Andererseits gibt es eine unsichtbare Karrieregrenze, die viele Frauen nicht überschreiten. Diese Grenze liegt aber eher in dem gesellschaftlichen und dem sozialen Umfeld in Deutschland, als im tatsächlichen Berufsfeld.

Haben Sie schon negative Erfahrungen erlebt, da Sie eine erfolgreiche Frau in der Technik sind?

Erfolg bringt immer auch Neid. Jeder, egal ob Frau oder Mann, wird diese Situation kennen. Ich nehme so etwas eher als Ansporn wahr.

Wie fördert Ihr Arbeitsgeber MAN die Frauen im Unternehmen?

MAN setzt schon bei der Gewinnung weiblicher Talente an, durch Programme wie das „Mädchen für Technik“-Camp oder den „WOMAN’s Career Day“. Weibliche Fach- und Führungskräfte profitieren von speziellen Personalentwicklungsmaßnahmen, wie beispielsweise einem Mentoring-Programm. In diesem Rahmen bekam auch ich einen erfahrenen Manager zur Seite gestellt, von dem ich Ratschläge für meinen Arbeitsalltag bekommen habe.

Außerdem arbeitet MAN kontinuierlich an der Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, zum Beispiel durch flexible Arbeitszeitmodelle, Betriebskindergärten, Seminare zum beruflichen Wiedereinstieg nach der Elternzeit und ein Ferienprogramm für Mitarbeiterkinder.

Beenden Sie bitte den Satz! Meiner Meinung nach, sind Frauen in der Technik….

… eine Bereicherung und ein entscheidender Erfolgsfaktor im Unternehmen.