Das interdisziplinäre Studium hat sich dank seiner Breite sowohl in der Wissenschaft als auch in den Anwendungen etabliert. Und diese Breite ist gerade für junge Frauen ein wichtiger Faktor bei der Studienwahl.

Bei der Studienwahl für die klassischen Naturwissenschaften ist die frühzeitige Beschränkung auf eine einzige Disziplin für viele angehende Studierende ein Hindernis. „Im Nano-Studium haben wir etwa gleich viel Bio, Physik und Chemie. Mir gefällt dieser interdisziplinäre Blick auf die Naturwissenschaften als Ganzes. Später kann ich mich dann immer noch spezialisieren.“, meint Nora S. , Studentin der Nanowissenschaft an der Universität Basel.

Kein kurzlebiges Modefach

Vor zehn Jahren startete der Studiengang mit ständig steigenden Studierendenzahlen. Dabei wurde es damals von vielen Kritikerinnen und Kritikern als kurzlebiges Modefach abgetan.

Die ersten Abgängerinnen und Abgänger sind mittlerweile mit ihrer Doktorarbeit fertig und haben einen Job in der Industrie angenommen oder weilen für einen Forschungsaufenthalt im Ausland. Nanowissenschaften boomen: Sie wurden sowohl in Forschung als auch in der Industrie enorm ausgebaut, und eine Ende dieser Entwicklung ist vorerst nicht absehbar.

In viele Bereiche Einzug gehalten

Die Nanotechnologie hat mittlerweile über Elektronik und Kosmetik längst Einzug in unseren Alltag gehalten. Auch aus den Materialwissenschaften ist sie kaum mehr wegzudenken. Funktionale Materialien wie schmutzabweisende Textilfasern oder magnetische Flüssigkeiten sind mittlerweile fast überall erhältlich.

„Im Studium kommen wir regelmäßig mit den neusten Entwicklungen und Anwendungen in Berührung. Wir haben im Rahmen unserer Praktika schon früh Einblick in Forschungsprojekte und können dort sogar selbst mitarbeiten“, meint beispielsweise Heidi P.

Breites Berufsbild

Und nicht nur die Breite der Anwendungen dieser neuen Wissenschaftsdisziplin ist für junge Frauen attraktiv. Den Nanowissenschaftlerinnen und Nanowissenschaftlern eröffnet sich nach dem Studium ein weites Feld von Berufen. Meret Hornstein (28) gehört zu den ersten Abgängerinnen des Studiengangs. Sie ist ihrem Nanowissenschafts-Institut treu geblieben und hat sich auf Kommunikation spezialisiert.

Es ist ihre Aufgabe, die breite Öffentlichkeit und junge Interessierte über die Arbeit am Institut zu informieren. Sie führt Gruppen von Schülerinnen und Schülern durchs Haus, hält Vorträge an Schulen und diskutiert mit jungen Menschen über die Visionen der Nanowissenschaft.

Sie zeigt dabei Chancen und Risiken neuer Technologien auf. „Wir diskutieren über Nanofood, Nanomedizin und neue funktionale Materialien. Das sind Themen, welche die jungen Leute etwas angehen und wozu sie auch etwas zu sagen haben.“, erklärt Hornstein. Und sie hängt gleich an: „Die Arbeit mit Schülerinnen und Schülern macht mir enorm viel Spaß.“

Der Erfolg des Studiengangs geht auch auf den interdisziplinären Charakter, die Aktualität und die Vielfalt der Anwendungen zurück. Es sind diese Faktoren, die für viele junge Frauen bei der Studienwahl eine immer wichtigere Rolle spielen.