Im Zuge des demografischen Wandels und eines zunehmenden Alterns der Gesellschaft ergeben sich somit auch in der Stahlbranche neue Perspektiven für eine verstärkte Beschäftigung von weiblichen Mitarbeitern. Gleichzeitig ist die Zahl von gut ausgebildeten sowie hoch motivierten jungen Frauen auf dem Arbeitsmarkt gestiegen.

Gestiegener Frauenanteil

Dennoch lag der Anteil von Frauen laut Erhebungen der Wirtschaftsvereinigung Stahl in den vergangenen Jahren bei rund neun Prozent –im Vergleich zu circa 90 bei den Männern. Allerdings ist eine steigende Tendenz zu beobachten. Und trotz sinkender Gesamtbelegschaftszahlen waren in den vergangenen 20 Jahren noch nie so viele Frauen in der Stahlindustrie in Deutschland beschäftigt. Auch im Vergleich zu anderen Technikbranchen ist der Frauenanteil überproportional hoch.

Diese ersten Erfolge sind auch dem Engagement von zahlreichen Unternehmen zu verdanken, die sich die Frauenförderung in der Stahlindustrie auf die Fahnen geschrieben haben. Neben einer Verpflichtung des Managements und einer neuen Führungsphilosophie spielen für das Mehr an Vielfalt und Chancengleichheit Entwicklungsprogramme und konkrete Maßnahmen eine zentrale Rolle.

Förderung durch Stipendien

So fördern zum Beispiel Stipendienprogramme finanziell Bewerberinnen für technische Studiengänge oder Auslandspraktika. Unternehmen kooperieren direkt mit Schulen und Universitäten. Der bekannte Girls’ Day sensibilisiert Schülerinnen für technische Berufe. Beim Ladies’ Day treffen ausgesuchte und interessierte Schülerinnen auf Ingenieurinnen an ihrem Arbeitsplatz. Betriebliche Maßnahmen, wie zum Beispiel hausinterne Kindergärten, lassen Familie und Beruf leichter vereinbaren.

Attraktive Karrierenetzwerke

Hinzu kommen Karrierenetzwerke, die Studentinnen in technischen Fächern gezielt unterstützen. Bei Femtec –Promoting Talents, dem sich gleich mehrere Technologieunternehmen und Unis angeschlossen haben, gewinnt man so beispielsweise seit Jahren weiblichen Nachwuchs für die Ingenieur- und Naturwissenschaften.

Pro Jahr durchlaufen rund 100 Studentinnen das Programm, in dem Führungskompetenzen, Management-Know-how und Schlüsselqualifikationen vermittelt werden. Für beide Seiten entwickelt sich so eine Win-win-Situation: Die Partnerunternehmen erhalten den Zugriff auf eine exklusive Zielgruppe von weiblichen MINT-Talenten – und die jungen Absolventinnen können für die spätere Karriere exklusive Kontakte knüpfen.